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Mal eben nach Dessau

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Ein Tagesausflug mit Stadtbesichtigung erstreckt sich in der Regel nicht über eine Strecke von – hin und zurück – 900 km an einem Tag. Um genau zu sein, innerhalb von 10 Stunden. Bei uns kann das schonmal vorkommen.

Die Fahrt war lang, die Besichtigung dafür umso kürzer. Selbstverständlich gab es für diesen Städtetrip einen guten Grund. Mein Sohn und ein langjährigerFreund – inzwischen auch von der Familie – sind seit kurzem Inhaber eines Burger-Restaurants im Westernstil in Darmstadt: das ‚Red Barn Saloon Western-Restaurant & Cocktailbar‘. Eine wundervolle Sache: wir haben wieder eine Location in Darmstadt, in der wir uns zu Hause fühlen, großartige Burger und andere Köstlichkeiten – auch in flüssiger Form – genießen können. Perfekt! Eine schöner Zufall will es, dass sich in diesen Räumen vor rund dreißig Jahren unser Stammlokal befunden hat. Zu einem gutgehenden Restaurant gehört natürlich auch eine Transportmöglichkeit, die gleichzeitig als Werbeträger genutzt werden kann. Und genau dieser Umstand hat uns nach Dessau geführt.

Das Objekt der Begierde harrte dort der Dinge, die kommen sollten. Diese starteten mehr oder weniger ausgeschlafen um 5 Uhr morgens. Vier große Menschen in einem mittelgroßen Cabrio. Es war witzig, es war gemütlich, es wurde eng und enger. 450 km einfach Strecke veranlassen alle Beinen, ältere besonders, ihr Recht auf mehr Platz einzufordern – allerdings ohne Erfolg.

Am Zielort angekommen, haben wir das Fahrzeug gebührend bewundert und dann die Jungs ihrer Aufgabe überlassen, ihre Beute nach Hause zu fahren. Mein Mann und ich nutzten die Gelegenheit, einen kurzen Blick auf das Bauhaus Museum Dessau zu werfen. Leider hatten wir nicht genug Zeit für einen ausgiebigen Besuch. Man muss manchmal eben auch mit dem zufrieden sein, was man bekommen kann und das war in diesem Fall zumindest ein äußerer Eindruck des Bauwerks.

Bauhaus Museum Dessau

Das Wetter hat es gut gemeint und so konnte ich einige Bilder der Fassade – zum Teil mit Spiegeleffekt – sowie von einigen Skulpturen im angrenzenden Stadtpark erhaschen.

Spiegelfassade Museum
„Anette“ von Horst Brühmann
„Liegende“ von Horst Brühmann

Gestärkt mit leckeren Brötchen ging’s nach einer guten Stunde schon wieder auf die Autobahn Richtung Heimat. Rechts und links der Fahrtstrecke gibt es einige Windparks. Ich finde, diese riesigen Windmühlen sind immer irgendwie schaurig schön: die Aufnahme konnte ich während der Fahrt durch die Windschutzscheibe machen.

Harmlose Riesen oder Krieg der Welten?

Der Samstag war stressig, aber unterhaltsam. Und ratet mal, was es abends zur Belohnung gab – richtig: Burger!

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Nachts

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Ich wache oft mitten in der Nacht auf. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir: es ist zumeist um die 3 Uhr, kurz vor oder kurz nach.

Och nee

Fordert mein Körper sein Recht, husche ich ins Badezimmer. Natürlich im Dunkeln, von draußen fällt doch genug Licht in die Räume und ich möchte schließlich niemanden wecken. Nachdem ich wieder meinen kleinen Zeh an einem Möbelstück oder dem Türrahmen leise fluchend gestaucht habe und auf den schwarzen Kater getreten bin, krieche ich ins noch warme Bett zurück, ziehe die Decke über mich, seufze zufrieden (ich kann noch zwei bis drei Stunden schlafen), schließe die Augen – und bin hellwach!

Großartig. Schafe zu zählen hat mich schon immer mehr genervt als beruhigt. Warmer Tee – oder tatsächlich Kakao – hat mitunter Wirkung gezeigt, ist aber keine wirkliche Lösung! Zuviel Krach und die Katze will dann auch noch gefüttert werden. Also könnte ich mir gleich einen Kaffee kochen und aufbleiben.

Ich versuche, meine Gedanken zu beruhigen. Denke an die schöne Wolle, aus der ich aktuell einen Pullover stricke. Hätte ich mich vielleicht für ein anderes Muster entscheiden sollen? Welches? Ajour? Das ist nicht zielführend. Ich drehe mich immer noch von einer Seite auf die andere.

Ich rufe meinen Kopf zur Ornung, denke nur an Wärme und Stille und herrliche Dunkelheit und ob ich mein Halloween-Kostüm im Hexenstil ganz schwarz gestalten oder auch dunkelgrau einarbeiten sollte. Etwas Glitzer wäre auch nicht schlecht, wie kriege ich das passende Make-up hin und wann habe ich überhaupt Zeit, in ein Stoffgeschäft zu gehen?

Geht wacher als wach?

Ein weiterer Versuch, total zu entspannen. Ich suche meine innere Mitte, die offenbar besser schlafen kann als ich, da ich keine Rückmeldung erhalte. Denk an etwas Schönes, Nicole! Weihnachtsdekoration, Weihnachtsbaum. Plätzchen. Ich muss unbedingt Weihnachtskarten malen. Welche Motive? Und da ich gerade beim Thema bin: Weihnachtsgeschenke!

Nach den Weihnachtspäckchen werden die Gedanken dunkler, unangenehme Erinnerungen schleichen sich ein, Sorgen machen sich breit…

Licht an!

Brille auf die Nase und eintauchen in Diana Gabaldons geniale Geschichte über eine Frau unserer Zeit, die zweihundert Jahre in der Vergangenheit ein zweites Leben findet. Einfach herrlich. Nach einer halben Stunde werde ich müde. Ich lösche das Licht. Ein kurzer Blick ins Handy kann doch nicht schaden, oder? Es besteht immer die Gefahr, etwas zu verpassen. Ich verliere mich auf Instagram und bin in Folge wieder meilenweit vom Schlaf entfernt.

In 45 Minuten klingelt der Wecker!

Ich ermahne mich zu Disziplin, lege das Handy weg, kuschel mich in die Decke, stelle fest, dass ich Gesellschaft habe – die Umrisse vom Kater sind im schwachen Gegenlicht zu sehen. Und wieder einmal beweist sich: Katzen haben etwas beruhigendes. Ich schlafe ein.

Gesellschaft

Der Verlauf dieser Schlafunterbrechung ist glimpflich verlaufen. Richtig spannend wird es mit einer Schlafparalyse.

Aber das ist eine andere Geschichte!

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Hektik am Morgen?

Gerne doch!

Ist es wirklich erstrebenswert, mit 60 Jahren die Hektik auf sich zu nehmen die damit verbunden ist, früh aufzustehen und sich in den Berufsalltag zu stürzen?

Ist es! Die Möglichkeit, mit 60 oder mehr täglich einen Beruf ausüben zu können – oder eigentlich müssen wir in der heutigen Zeit sagen ausüben zu dürfen – sollte dankbar akzeptiert werden. Die Alternative, zu Hause sein zu können und sich hier um alles zu kümmern, zu gestalten, es schön zu machen, ist verlockend. Zugegeben.

Jeden Tag ausschlafen!

Das bedeutet aber auch kaum noch mitzuerleben, wie der Tag erwacht: es wird langsam hell , der Geruch der Natur am frühen Morgen ist herrlich, noch ganz frisch und unverbraucht (zumindest auf dem Land), erst zwitschert ein vereinzelter Vogel, noch ganz verschlafen, dann folgen die anderen und es gibt ein regelrechtes Konzert. Ich liebe das, meine Söhne schließen in diesem Moment gerne das Fenster.

Und natürlich der Sonnenaufgang – wenn des Wetter mitspielt.

Bald sehen die Bäume wieder so aus

Auch eine Mülltonne wird im Sonnenaufgang zum Objekt

Die wunderbare Ruhe in der Wohnung oder im Haus, wenn alle anderen noch schlafen. Dafür alleine lohnt es sich schon, aufzustehen und bei einer Tasse Kaffee oder Tee richtig wach zu werden. Diese stillen Morgenstunden machen uns fit für den Tag, glätten die Wogen unserer Gedanken und helfen uns, die kommenden Stunden zu planen.

Natürlich geht’s dann nicht ganz so besinnlich weiter. Duschen, Haare, Nägel, noch schnell eine Waschmaschine anwerfen oder ausräumen, den Abfall entsorgen, einen Einkaufszettel zusammenstellen, das Katzenklo saubermachen, die Benutzerin desselben füttern. Dann in Hut und Mantel die Katze zu fragen, ob sie hinaus oder doch lieber drin bleiben möchte. Die Mieze sitzt in der geöffneten Tür und fängt erst einmal an an sich zu putzen — schließlich muss eine solche Entscheidung gut überdacht werden. Nach weiteren 10 Minuten ist alles geklärt und wir können fröhlich das Haus verlassen, wohl wissend, dass wir wieder einmal zu spät dran sind.

Hat doch was, oder? Hat es!

Aber manchmal vermisse ich auch diese andere Zeit. Diese Zeit, in der es mir vergönnt war unsere Jungs ohne Berufstätigkeit großzuziehen.

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Was wir sehen

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Geht Ihr einfach nur spazieren oder gehört Ihr wie ich zu den Menschen, die in Wäldern, Wiesen, Teichen und Bächen andere Welten sehen?

Ein mit Moos und winzigen Pilzen überwucherter Baumstumpf muss einfach das Heim von Elfen (damit meine ich kleine geflügelte Wesen, nicht Tolkiens großartige Elben) und Kobolden sein!

Wenn nicht hier, wo dann?

Pilze haben mich schon immer begeistert. Sie könnten die Wohnstatt von winzigen Fabelwesen sein. Auch erinnere ich mich an eine Kindergeschichte, in denen das Haus der Familie, die ein Ragout aus den falschen Pilzen zu Mittag hatte,plötzlich verschwunden ist.

Eine schöne Villa!

Bei Bächen komme ich immer noch in Versuchung, kleine Boote aus Baumrinde oder Blätter schwimmen zulassen. Ihnen zuzuschauen, wie sie ihre Reise nach Anderswo antreten. Im Wald, der den Steinbrücker Teich bei Darmstadt umgibt, ist ein kleiner, ruhiger Bach zu finden, der ganz eigen anmutet. Immer ein wenig düster. Etwas verwunschen wie der Wald um ihn herum. Gerade an etwas diesigen Tagen erwarte ich immer, dass plötzlich Zeitreisende wie Ritter, Magierinnen und Urpferdchen aus der nahegelegenen Grube Messel auftauchen.

Schaut Euch Bäume unbedingt genauer an. Natürlich sehen wir sie, nehmen sie aber oft nur in ihrer Gesamtheit wahr. Klar, ein Baum! Er ist groß, hat mal Blätter und mal keine, auf jeden Fall Äste und einen Stamm. Entdeckt Ihr die Gesichter, versteckt in Astlöchern und Rinde? Erkennt Ihr die Miniatur-Landschaften, geschaffen von den Wurzeln, bevor sie im Erdreich verschwinden? Welche Geschichten und Schicksale verbergen sich hinter den in die Stämme geritzten Initialen? Manche davon sind schon alt, soweit oben wie sie sind.

Seht genau hin! Manchmal kommt es nur auf den Blickwinkel an..

Mein Weg zum Job führt mich jeden Tag vorbei an Feldern, kleinen Wiesen und am örtlichen Golfplatz, der mich immer irgendwie ans Auenland erinnert. Heute Morgen war das Licht wunderschön, schon etwas herbstlich. Leicht konnte ich mir in dieser Szenerie Frodo und Sam vorstellen, wie sie zu ihrem Abenteuer aufbrechen.

Gartenteiche sind eine Welt für sich. Egal, ob klein oder groß, ob cool oder natürlich gestaltet – sie sind schön und bringen Leben in den Garten. Je wild bewachsener der Teich mit Farnen, Frauenmantel und Lilien, je verwilderter das Grundstück, um so verwunschener ist so ein Tümpel. Das lebendige Gewusel kennen wir doch eigentlich nur im Tageslicht.

Nachts ist es richtig spannend. Schnappt Euch doch mal eine Taschenlampe und leuchtet in den Teich hinein. Es ist unglaublich, was sich im Lichtschein alles bewegt. Irgendwelche Insektenlarven, Kaulquappen, Schnecken, Frösche und sogar Spinnen, die irgendwann gelernt haben müssen, im Wasser zu leben – nicht, dass die zu meinen Favoriten gehören würden …

Wusstet Ihr, dass die winzigen Fischbabys so am besten zu sehen sind?

Nur – eine Nymphe hat sich mir bisher leider noch nie gezeigt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf!

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Ferdinand

Wer von uns kennt die Geschichte nicht? Ferdinand der Stier ist ein friedliches Tier. Er liebt es, an Blumen zu riechen, während seine Freunde auf der Weide kein anderes Ziel kennen, als ihre Kraft und ihren Mut in der Arena unter Beweis zu stellen. Auch Ferdinand landet – bedingt durch einen Hummelstich, der aus ihm einen Moment lang den wütenden Stier macht, den alle herbeisehnen – auf dem Kampfplatz. Dort ist er aber friedfertig wie eh und jeh und wird wieder nach Hausegeshickt.

Für Ferdinand ist alles gut ausgegangen.

Soviel Glück hatten an einem Abend im August 2019 einige Stiere in einer Stierkampfarena auf Mallorca nicht. Sie sorgten für das Amusement der Menge im Namen der Tradition. Ein Zuschauer meinte sinngemäß, das Schauspiel würde vielleicht etwas grausam wirken, aber die Tiere seien nun mal dafür da.

Es ist beruhigend zu wissen, dass die Tiere nur ihrer Bestimmung zugeführt werden – oder doch nicht??

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Sommerwetter

Wir Menschen sind schon komisch! Erst einmal können wir die warme Jahreszeit gar nicht erwarten. Es geht uns nicht schnell genug, 28 Grad auf dem Thermometer angezeigt zu bekommen – bitte auch genauso gefühlt. Ein blauer Himmel ist gewünscht, garniert mit ein paar wenigen fluffigen weißen Wölkchen und eine angenehme leichte Brise.

Perfekt

Werden diese Wolken dann etwas mehr, spielen farblich leicht ins Graue und der Wind frischt auf, machen wir uns prompt Gedanken um Frisur und Zugluft. Und dann womöglich auch noch Regen mitten im Sommer! Der gute alte Spruch ‚es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleideung‘ hilft uns nicht wirklich weiter, wenn die feuchte Kälte an uns emporkriecht, sobald wir den Schutz unser heimeligen Wohnung verlassen. Und die ist natürlich dann auch nicht wirklich warm, weil normalerweise die Heizung zu dieser Jahreszeit nicht läuft. Wohl dem, der einen Kamin oder – lebendiges – Katzenfell zum Wärmen zur Verfügung hat. Am besten beides!

Also stöhnen wir alle und verlangen nach wärmeren Tagen.

Dieser Sommer gab uns bereits diese wärmeren Tage – hat uns als Steigerung zum vergangenen Jahr gelehrt, dass Temperaturen an die 40 Grad für gemäßigte Mitteleuropäer schwer zu ertragen sind. Kurz nach der Dusche am frühen Morgen geht’s. Kurze Zeit später bleibt alles an Händen und Armen kleben, das man unvorsichtigerweise berührt – auch andere Menschen. Hände schütteln? Unmöglich! Die Kleidung wird feucht und müffelt. Massive Kreislaufproblemen sowie dicke Füße und Beine gesellen sich zum allgemeinen Unbehagen hinzu. Alle unter uns, die nicht superschlank sind, wissen, wie sich feuchte Beine unterm Rock anfühlen, wenn sie zusammenkleben!

Schwimmbad? Gute Idee – auch wenn die Wassertemperatur an die heimische Badewanne erinnert. Ein mit kaltem Wasser gefüllter Eimer unter dem Schreibtisch kann auch hilfreich sein – ich kenne Leute, die tun das tatsächlich. In der Nacht schlafen? Nun ja…

Also ich für meinen Teil mag das Wetter so, wie es im Augenblick ist. Die frische Luft ist wieder da! Man kann wieder atmen! Ist es nicht wunderbar, am frühen Morgen bei geöffnetem Fenster einfach nur die Geräusche und den Geruch des Regens zu genießen?

Ein paar Regentropfen schaden nicht, sondern nutzen einfach allem und jedem.

Und wenn dann die Sonne wieder hervorkommt, erhalten wir manchmal ein Geschenk – Regenbögen.

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Handy & Co.

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Das Telefon hatte seinen festen Platz auf dem Schreibtisch meines Vaters. Dieser war riesig und stand mitten im Wohnzimmer. Es war also gewährleistet, dass Telefonate mit meinen Freundinnen und – schlimmer noch – Freunden unter den Augen und Ohren meiner Eltern stattfinden und zwar noch nicht aufgezeichnet, aber im Zweifelsfall gegen mich verwendet werden konnten.

Wir alle haben das erlebt und mussten natürlich alternative Kommunikationswege finden. Habt Ihr auch Zettelchen während des Unterrichts geschrieben? Es war toll – einfach alles wurde auf schriftlichem, wenn auch mitunter schwer entzifferbarem Weg erörtert und wenn’s dumm gelaufen ist, fielen sie aus der Schulmappe und den Eltern in die Hände. So wurde für ausführliche Gespräche im Familienkreis gesorgt.

Ich weiß nicht, ob es Euch rückblickend ähnlich ergeht – ich hätte mit 16 gemordet für ein Handy!

Sind die Möglichkeiten, die sich uns heute bieten, nicht großartig? Wir können telefonieren, Nachrichten schreiben, Bilder übermitteln – meistens wann und wo wir wollen. Wie muss es denn früher für unsere Eltern gewesen sein? Wir sind ausgezogen und waren erst mal weg. Heute können wir auch über Social Media am Leben unserer Kinder teilnehmen – und sie an unserem. Ich finde das schön. Na ja, sie vielleicht manchmal weniger…

Ein Kind zieht aus…

Wenn ich früher ein Buch gelesen habe, war der Atlas dabei. Ich wollte immer wissen, wo die Romanfiguren lebten oder auf welchen Wegen sie gereist sind und wie es dort ungefähr ausgesehen hat. Die Atlanten waren in der Regel groß und unhandlich und richtig unbequem wurde es, wenn ich in der Brockhaus-Sammlung mit Goldschnitt meines Vaters nachgeschlagen musste.

Mein Handy und mein Laptop leisten mir gute Dienste! Wie sonst könnte ich so schnell, so leicht an Informationen herankommen?

Es ist wichtig, auf der Reise in die kommenden Jahre unseres Lebens den Umgang mit Handy & Co. zu nutzen. Viele von uns tun dies natürlich bereits. Aber nicht alle. Den älteren Menschen in unseren Familien fällt das Pflegen sozialer Kontakte zunehmend schwerer, die ehemaligen Freunde sind oft nicht mehr. Wir können ihnen zeigen, wie sie trotzdem in der Welt unterwegs sein, neue Menschen kennenlernen und Gedanken und Ideen, Erinnerungen an andere Zeiten und Orte austauschen können.

Skypen mit Enkel

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Die Katzen der Familie

Unsere erste Katze hatten mein Mann und ich Anfang der 80er Jahre. Er war schwarz mit einem weißen Fleck auf der Brust. Mephisto, genannt Meph oder Mephi, war nicht lange bei uns. Wir waren zu jung und es fehlte uns an Erfahrung. Wir haben ihn aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und ihn in unsere Wohnung nach Darmstadt gebracht. Nach zwei Wochen, in denen er tagsüber alleine war, durfte er sein Leben als Freigänger aufnehmen. Zugang zur Wohnung hatte er stets über ein geöffnetes Fenster. Er fand einen Freund, einen großen schwarzen Kater. Er fand auch eine Freundin. Eine großartige Nachbarin spielte mit ihm und fütterte ihn mit Tatar.Meph war ein lieber Kerl.

Meph

Nachdem er verschwunden war, haben wir den Gedanken an eine neue Katze immer wieder verworfen. Mit Reisen verbundene Jobs und eifriges Ausgehen sind nicht die besten Rahmenbedingungen für Haustiere.

Das Familienleben mit unseren Jungs bot da schon sehr viel bessere Lebensumstände für eine Mieze. Ich wollte eine Katze – und zwar eine grau getigerte. Und genau die habe ich gefunden – fragt nie die Bäuerin, die Euch Eier verkauft, ob sie eventuell auch Katzenbabys im Angebot hat. Sie hatte!

Cara war grau getigert, absolut entzückend, eine Lady und Freigängerin. Mein Plan war, sie einmal in ihrem Leben Junge bekommen zu lassen und ein Kätzchen aus dem Wurf zu behalten, vorzugsweise ein Katerchen – für die Männer meiner Familie. Plan B hat sich dann von alleine ergeben. Cara schenkte nach einer für alle Beteiligten sehr lauten und mit viel Gerenne auf dem Grundstück verbundenen Affäre mit einem gestandenen Straßenkater (wir nannten ihn Streetfighter) drei unwiderstehlichen Babys das Leben. Wir unterstützen sie bei der Geburt so gut wie eben möglich, begrüßten das gewünschte Katerchen und seine beiden Schwestern und behielten natürlich alle!

Ohne Worte!

Ich möchte hier die Katzen, bei denen wir wohnen durften, für heute nur kurz vorstellen.

Cara war, wie bereits erwähnt, unsere Lady. Sehr elegant. Eine Perlenkette hätte ihr gut gestanden. Sie war die beste Katzenmutter und hat ihren Jungen vier Monate Milch gegeben. Mein älterer Sohn war ‚ihr‘ Mensch in der Familie.

Cara (mit Pilotkatze)

Bella war und blieb das Katzenmädchen. Etwas kleiner als die anderen, aber nicht unbedingt leichter, liebte sie ihre Mama, das Futter und neigte zur Hysterie. Gerne suchte sie das zweite Frühstück und Schutz bei meinem Mann. Eine rosa Schleife um die Öhrchen und Lack-Ballerinas hätten ihr Outfit vervollständigt.

Bella

Mira war die zweite im Wurf. Ein großes, schönes Katzenweib mit niedriger Reizschwelle und viel Bedürfnis nach Liebe. Meine Amazone! Springerstiefel und ein Halsband mit Nieten hätten Deinen Charakter wunderbar unterstrichen.

Mira

Und dann der Kater! ‚Sylvester‘ hat ihn unser jüngerer Sohn genannt und ihm das Laufen beigebracht. Sie mochten sich! Ein toller Kerl mit großen Ohren und großen Pfoten, völlig gelassen – das Tier ruhte in sich selbst. Viele Menschen auf einem Fleck konnten ihn nicht abschrecken. Ein richtiger Party Löwe! Viel und weit und tagelang ist er gelaufen – ein Rucksack wäre das passende Accessoire gewesen.

Sylvester

Sie alle waren Freigänger und hatten eine phantastische Zeit. Cara lebte zwölf Jahre bei uns, Mira vierzehn, Bella und Sylvester mussten wir vor einigen Wochen mit fast sechzehn Jahren gehen lassen.

Alles hat einmal ein Ende. Aber es geht auch weiter. Just zu der Zeit, als unser Kater sehr krank wurde, erschien ein scheues, kleines, schwarzes Wesen immer häufiger auf der Bildfläche. Zunächst konnten wir es nicht mal berühren. Bella, die ihren Bruder nur um ein paar Wochen überlebte, hat es zwar nicht an ihren Napf gelassen, ansonsten aber toleriert. Mitunter schien sie sogar auf den Kleinen zu warten. Gerne möchte ich an ein Übereinkommen, ein Vermächtnis glauben…

Was solll ich sagen: es sieht so aus, dass wieder ein schwarzer Kater bei uns lebt. Inzwischen übrigens ein richtiger Schmuser, der mit Vorliebe quer vor den Füßen läuft und damit alles unternimmt, uns zu Fall zu bringen. Brauchst Du nicht, Kleiner – wir sind Dir ja schon verfallen!

Black the Cat

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Der Blog

Wie führen einen Tisch. Das tun wir bereits seit vielen Jahren, im Familienkreis und natürlich gerne auch mit Freunden. Dieser Tisch ist nicht gerade König Artus‘ Tafelrunde, aber er ist groß und er ist rund. Nicht jeden Tag, aber einige Male in der Wochen finden wir uns an diesem Tisch – zumeist zum Abendessen. Und es wird, wie bei Essen und Trinken üblich, viel geredet. Über dies und das und über alles.

Die Jungs sind damit aufgewachsen, haben dabei gelernt, sich zu artikulieren und zu argumentieren. Hier werden Gedanken ausgetauscht, gestritten und es entstehen Ideen.

Eine davon ist dieser Blog!

An jenem Abend waren soziale Netzwerke das Thema und wie man sie sich zunutze macht. Und plötzlich war klar: ein Blog muss her! Leicht gesagt, etwas schwerer getan. Ich habe den Gedanken ein paar Monate mit mir herumgetragen, unsicher, wo ich ansetzen soll.

Tu ich das, was ich schon seit 10 Jahren tue? Mein wirkliches Alter ignorieren? Denn – ich fühle mich überhaupt nicht alt, denke nicht anders, handle nicht anders. Die Frau da im Spiegel kenn‘ ich nicht, muss jemand hineingeschmuggelt haben. Aber in Wahrheit kenne ich diese Frau sehr gut – und die beiden anderen Frauen, die sich in meinen Gesichtszügen verstecken, ebenfalls.Meine Mutter und Großmutter blitzen hervor. Ist es bei Euch auch so dass, je älter Ihr werdet, sich die Familienähnlichkeiten verstärken?

Damals und heute

Natürlich liegt es auf der Hand, wen ich ansprechen möchte und wovon ich ein Teil bin.

Es macht wirklich Spaß, die eigene Phantasie anzukurbeln und etwas zu gestalten. Und wißt Ihr was? Daraus kann etwas Tolles entstehen und vielleicht sogar zu einem kleinen oder großen Standbein werden. Und das können wir auch in 20 Jahren noch für uns haben. Wir müssen dann also nicht unsere Zeit mit Nachmittagssoaps vor dem Fernseher totschlagen. Und wenn bis dahin nicht irgendwelche Verrückten die Welt in die Steinzeit zurückbefördert haben, können wir uns über die sozialen Netzwerke verbinden und austauschen und anderen zeigen: das bin ich, das kann ich, das ist mein eigenes kleines Universum!

Helfer finden sich immer

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