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Ach ja, gute Vorsätze

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Und wieder hat ein neues Jahr begonnen. Bereits einige Tage schreiben wir nun bereits 2020 – zugegeben, meine Finger wollen das noch nicht fließend tippen.

Ein Geschenk – supersüße Glaskatzen

Wieso vergeht die Zeit schneller und schneller, je älter man wird? Was hatte ich mir eigentlich für das vergangene Jahr vorgenommen? Wollte ich nicht viel organisierter vorgehen? Endlich mal mein Chaos aufräumen. Gehört man, so wie ich, zum Volk der Jäger und Sammler ist so einiges in Schubladen und Schränken angehäuft, das dringend einer Sichtung bedarf. Das Gute behalten, unsinnige Sachen entsorgen. Nicht einfach für mich!

Braucht man denn diese Dose nicht irgendwann mal ganz dringend? Die Wollreste lassen sich bestimmt noch verwerten – Stulpen, könnte ich mir denken. Die Bluse ist ganz klar zu schade zum wegwerfen, dieser Schal ebenso. Modeschmuck, der ganz sicher nie wieder getragen wird. Das komplette unterste Fach in meinem Bücherschrank ist die Heimstatt für ca. zehn Jahrgänge einer Einrichtungszeitschrift, die ich mal abonniert hatte. Wenn ich ehrlich bin, gleichen sich die Hefte inhaltlich sehr. Farben, Stil und DIY-Ideen bieten von Monat zu Monat nicht wirklich Neues. Diese Sammlung muss dringend entsorgt werden. Aber Hefte einfach wegwerfen kommt nicht in Frage. Also verschenken? Irgendwo zum Kauf anbieten?

Erinnerungen sind mit vielen Objekten verbunden. Die ersten Schulhefte der Jungs, Bilder die sie gemalt haben. Auf keinen Fall trenne ich mich davon. Bücher? Ebenfalls undenkbar! Da sind Geschenke von meiner Schwiegermutter. Hübsche Figuren, die eigentlich nicht mein Geschmack sind. Sie wurden extra für mich ausgesucht. Schwierig!

Eine Schwachstelle von mir ist außerdem die Sache mit der Ablage. Ich bin offenbar nicht in der Lage, Rechnungen, Belege und was sonst so anfällt sofort ordentlich abzuheften. Noch nie! Ich stopfe alles nach Erledigung in Schubladen und Fächer und Kartons. Wie wir alle wissen, braucht man das eine oder andere einmal jährlich fürs Finanzamt – und schon geht die Sucherei los. Grauenhaft! Etwas anderes liegt mir schwer auf dem Magen: diese himmelvielen Bilder! Die meisten der alten Papierfotos sind in Alben, aber nicht wirlich sinnvoll sortiert. Viele befinden sich einfach in Schachteln. Unmengen digitaler Fotos sind in Dateien gespeichert. Es ist an der Zeit, diese Bilder ihre Geschichten erzählen zu lassen!

Ein neues Jahr also! Worauf freue ich mich? Wovor habe ich Angst? Was erhoffe ich mir? Was ändere ich?

Ein Buch habe ich geschenkt bekommen, das mich unterstützen wird, mir meine Wünsche, Pläne und Ziele klar vor Augen zu halten. Einige Seiten, die noch auf meine Einträge warten, möchte ich Euch gerne zeigen:

Ich bin selbst gespannt, was ich hineinschreiben werde.

2020 – gehen wir’s an!

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Was ist das mit den Feiertagen?

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Meist verkünde ich im Sommer – genauer am 24. Juni, wenn mein bevorzugter Radiosender ‚Last Christmas‘ zur Weihnachts-Halbzeit auflegt – dass ich mich auf Weihnachten freue.

Auf Pinterest wird emsig nach Deko-Ideen gesucht, die bewundert, letztendlich aber selten umgesetzt werden. Wenn die Wochen vergehen, kann ich es kaum erwarten, dass die schreckliche Sommerhitze verschwindet und endlich der Herbst kommt. Die Vorfreude auf Weihnachten steigert sich ins Unermessliche, wenn zeitgerecht Anfang September all die wunderbaren Schoko-Weihnachtsmänner, Lebkuchenherzen, Spekulatius und Dominosteine in den Supermärkten unsere Genießerherzen hoch und die Hüften rein vom Anschauen schon ausschlagen lassen! Adventskalender werden angeboten, Weihnachtsdekoration all überall. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich dieses Jahr im Geschäft die erste Weihnachtsmusik als Kundenberieselung gehört habe? Schon September oder war’s doch erst Oktober? Jedes Jahr dieselben guten Vorsätze: rechtzeitig werden die Geschenke erledigt und ausgefallene Kugeln für den Baum gesucht. Backtage im November sorgen für gut gefüllte Blechdosen und die Planung für die Festtage steht auch.

Ehe ich mich versehe, steht der 1. Advent vor Tür. Adventskranz? Plätzchen? Geschenke? Panik macht sich breit, gemildert durch die bunten Weihnachtsmärkte und allgegenwärtige englische Weihnachtsmusik – ich mag sie wirklich! Die restlichen drei Wochen verfliegen, Weihnachtsfeiern und Grippe tragen dazu bei. Ich wünsche mir Schnee und Eis an Weihnachten, alles soll glitzern. Nur wohnen wir in einer der wärmsten Regionen Deutschlands – soviel zum Schnee.

Der Baum wartet darauf, ins Wohnzimmer einzuziehen und festlich geschmückt zu werden. Lichterketten werden getestet – sie funktionieren und werden aufgehängt. Der Kater interessiert sich dafür und zeigt uns, wie empfindlich die Dinger doch sind – halten rein gar nichts aus. Also Lichterkette abhängen, reparieren und wieder anbringen. Das Tier hält sich diesmal zurück. Sogar die bunten Kugeln entgehen seinem Interesse – ich hätte mehr Einsatz erwartet!

Und nun ist er da, der Weihnachtstag. Er hat meinen 62. Geburtstag im Gepäck. Chris Reas ‘Driving home for Christmas’ trifft auf unseren jüngeren Sohn zu – reist er doch aus Würzburg an. Beide Jungs sind nun da, wo ich sie haben möchte: bei uns zu Hause. Unerwarteter Besuch – die Überraschung einer ehemaligen Kollegin ist gelungen. Am späten Nachmittag lässt die Familie die Spiele beginnen. Champagner, Austern und Pastete geben den Auftakt. Wir stoßen an, meine Familie singt ‚Happy Birthday‘ und ich heule. Das Haus duftet nach Ente und Rotkohl. Das Tiramisu ist gelungen. Irgendwo zwischen den Gängen wünschen wir uns frohe Weihnachten und die Schlacht der Schlachten um die Geschenke wird geschlagen. Sind sie gut? Gefallen sie? Funktionieren sie? Sind denn alle zufrieden? Ich liebe diesen Tag.

Dieses Geschenk traf ins Schwarze

Dieser und zwei weitere Weihnachtstage wurden gebührend gefeiert, gekrönt mit leckerem Essen waren sie so schnell vorbei. Am Freitag im Büro habe ich mich gefragt: wo ist denn die Zeit geblieben? Alles wieder nur Erinnerung. Aber es ist ja noch nicht vorbei. Der Tannenbaum glänzt und glitzert noch im Zimmer – unser Hauspanther hat nun doch noch die Kugeln entdeckt. Es gab wohl ein Gespräch zu diesem Thema zwischen ihm und meinem Mann. Was soll ich sagen – Katze und Mensch haben sich gegenseitig nicht zu Pulswärmern verarbeitet. Sie mögen sich!

Silvester wartet ja noch auf uns – und am 24. Juni wird wieder ‚Last Christmas‘ gespielt.

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Meine Zeit oder wie sie zwischen den Fingern zerrinnt

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Ein Tag ist lang.

Rechnen wir die Zeit, die wir zum Schlafen benötigen ab, sind wir bei sechzehn bis siebzehn Stunden. Für den Fulltime-Job entfallen in meinem Fall – ich schätze mich glücklich, da mein Arbeitsweg nur zehn Minuten beträgt – noch einmal neun Stunden. Mir verbleiben also ungefähr acht Stunden, um Kontakten inner- und außerhalb der Familie, häuslichen Aufgaben und kreativen Ideen gerecht zu werden.

Das sollte reichen. Da dies aber nicht der Fall ist und bei mir locker mal eben eine Woche vergeht, ohne auch nur ein Wort geschrieben oder auch nur einmal den Pinsel in die Hand genommen zu haben, stimmt also etwas mit meiner Zeiteinteilung nicht! So führt man keinen Block und keinen Online-Shop!

Was mache ich falsch?

Ich arbeite nicht konzentriert eine bestimmte Zeit an einem Projekt. Mal hier eine Skizze hinhuschen und da ein paar Ideen festhalten, reicht nicht. Ich neige dazu, immer viele Dinge an einem Tag tun zu wollen. Die Betonung liegt hier auf ‚zu wollen‘, nicht auf ‚zu tun‘! Das ist zum Scheitern verurteilt. Ich bin in keinem Thema ganz drin. Während ich das eine in Angriff nehme, denke ich bereits an das andere. Mache mir dazu Notizen, denke noch mehr nach, stelle mir die Dinge vor – behindere mich erfolgreich selbst, vertue meine Zeit. Habe am Ende weder einen Beitrag verfasst noch eine Aquarell-Karte für meinen Shop fertiggestellt. Und es gibt da natürlich noch einen anderen Faktor: keine Lust zu haben. Es war ein langer Tag, eigentlich Kopfschmerzen, die Wäsche hängt anklagend über den Rand des Wäschekorbs, die Küche – na ja, ist für sich schon ein leidiges Thema. Und dann noch an den Schreibtisch setzen? Viel schöner ist es doch gemütlich im Sessel herumzuhängen und sich irgendeinen Blödsinn im Fernsehen oder die Lieblingsserie auf Netflix anzuschauen – ein Glas Wein und die eine oder andere Praline oder Erdnuss helfen, das schlechte Gewissen zu beruhigen.

Nicht zielführend! Was kann ich tun?

Ich gehe es ab heute tageweise an! Bin ich zu Hause, wird eine bestimmte Zeit ausschließlich für eine kreative Aufgabe genutzt. Heute ist es mein Blog, am nächsten mir zur Verfügung stehenden Abend wird es Malerei sein, stets im Wechsel. Ob dies ein guter Plan ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Aber da ich nun darüber geschrieben habe, bleibt mir ja gar nichts anderes übrig als mein Vorhaben durchzuziehen, nicht wahr?

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Andy, mein Haarfön oder wenn die Dinge nicht mehr einem selbst gehören

‚Andy, ich brauche den Fön!‘

Dies ist inzwischen wieder eins der morgendlichen Rituale unseres Haushalts.

Es war schon so, bevor die Jungs das erste Mal ausgezogen sind. Meistens ging es damals bereits um den Fön. Ein weiteres Objekt der Begierde war das Haarspray (im Nachhinein kommt es mir manchmal so vor, dass von den meisten Artikeln nur ein einziges Exemplar in einem Vier-Personen-Haushalt existierte).

Vorübergehend wohnt unser älterer Sohn wieder bei uns. Schön ist es! Auch wenn wir uns aufgrund unserer verschiedenen Arbeitszeiten nicht täglich sehen, weiß ich, dass er da ist. Ich sehe das Auto morgens vor der Tür stehen. Schuhe und Päckchen von und für ihn sind dekorativ im Flur verteilt. Unser schwarzer Hauspanther neigt zum Glück nicht dazu, alles zu markieren, das sich ihm darbietet. Unsere Ex-Katzen – mögt ihr nun im Katzenland frei rennen! – haben da ganz andere Arbeit geleistet!

Die Tabletts sind weg, mitunter auch das Brotmesser. Klar, dass auch die Sojasosse ihren Weg ins Dachstudio findet. Ich will ja nicht leugnen, das all dies das Potenzial hat, mich über die dünne Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn nachdenken zu lassen. Aber meine Reizschwelle ist ziemlich weit oben angesiedelt, außerdem verfüge ich über eine ordentliche Portion Humor (bei meinem Mann sind diese Eigenschaften möglicherweise – situationsbedingt – etwas anders verteilt).

Es macht Spaß, meinem Sohn – gerne auch in Begleitung – in der Küche oder sonst wo im Haus zu begegnen. Ist auch kein Problem, mal die Wäsche für ihn aufzuhängen, wenn es meine Zeit, aber seine gerade nicht zuläßt. Wie gerne hätte ich jetzt auch noch unseren jüngeren Sohn Max hier! Der Wunsch, es wieder wie früher sein zu lassen…

Ich habe die Tage, an dem sie mit ihrem Hab und Gut vom Grundstück gefahren sind, nicht vergessen. Welche Mutter kann das schon?

Machen wir uns nichts vor – auch wenn die Kids manchmal wieder bei uns einziehen, wird das kein Dauerzustand sein. Mit Glück können wir später bei ihnen Unterschlupf finden, wenn wir nicht mehr richtig krabbeln können.

Also – wenn ich eine Revenge für den Haarfön in Erwägung ziehen möchte, sollte ich mich gut mit ihnen stellen, nicht wahr?

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Rauchen

Waren es denn wirklich so schlechte Zeiten, als morgens die Klamotten, die am Vorabend in einer Gaststätte getragen wurden, so wunderbar ekelhaft nach kaltem Rauch gerochen haben? Oft genug waren sie einfach Zeugen eines schönen Abends.

Zu zweit oder mit Freunden wurde getrunken, manchmal gegesssen, gelacht, diskutiert oder gestritten – und geraucht. Das Weltgeschehen, die Situation in Job und Familie wurden von allen Seiten beleuchtet, jeder hat seinen Senf dazu gegeben. Irgendwann waren sich einzelne der Gruppe oder alle einig, dass es bereits spät und der Heimweg angeraten sei. Um dieses Unterfangen anzugehen, war ein letztes Bier und eine letzte Zigarette erforderlich. Und natürlich hat das Gespräch dann neuen Aufschwung bekommen – und die allerletzte Zigarette wurde in angezündet. Und natürlich noch ein kleines Bierchen dazu geordert.

Gut für die Gastronomie und gut für die Kommunikation.

Wie sieht es denn heute im Rahmen des Rauchverbots aus? Zunächst sitzen wir alle an einem Tisch, genießen unser erstes Getränk und schwätzen. Die Raucher unter uns, zu denen ich nicht mehr gehöre, geben in der Regel ihrem Wunsch nach einer Zigarette zu diesem Zeitpunkt noch nicht nach.

Nach dem Essen gibt es aber kein Halten mehr. Raus‘ geht’s – egal welche Wetterlage! Wenn ich mich nicht alleine am Tisch wiederfinden will, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich ebenfalls in den Hof zu stellen. Dort gesellen sich dann noch Bekannte hinzu, es bilden sich unterschiedlich Gruppen.

Früher wären einfach alle an einem Tisch eng zusammengerückt – trocken, warm und gemütlich!

Es ist kaum noch vorstellbar, dass einfach überall geraucht wurde. Was sicherlich auch zuweit gegangen ist. Für alle Nichtraucher muss es die Hölle gewesen sein.

Warum ich aufgehört habe zu rauchen? Mir ist das Geld ganz einfach zu schade – und ich verspüre nicht das geringste Verlangen, ständig vor einer Tür herum zu stehen. Und natürlich freut sich meine Haut! Aber bei uns zu Hause wird nach wie vor geraucht. Manchmal, bei einer Party oder so, schnappe ich mir mal eine Zigarette. Übrigens ist dann auch so die unbestritten dicke Luft besser zu ertragen…

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Heißkalt

Meine Wechseljahre meinen es gut mit mir. Auch wenn sie mich seit ungefähr zehn Jahren begleiten, haben sie mich nie wirklich beeinträchtigt. Depressionen haben sich bisher nicht eingestellt – meine Stimmungsschwankungen waren als Teenager schlimmer – und wenn es mir heiß wird, schaltet mein Körper nicht in den Modus ’schwitzen‘.

Aber heiß wurde mir schon. Und wird es noch immer.

Und dann renne ich ans nächste Fenster und reiße es auf. Am besten ganz ‚raus ins Freie. Wie gesagt: ich schwitze nicht, aber ich bekomme keine Luft. Das ist nicht körperlich zu verstehen – ich schnappe nicht nach Luft wie ein Fisch an Land. Aber ich habe habe das Gefühl zu ersticken, wenn ich nicht sofort meine Nase in den Wind halten kann. In einem Raum mit Fenster und Türen kein Problem – im Kino oder im Flugzeug sieht das anders aus. Also Augen schließen, ruhig atmen und sich einen kühlen Wald oder plätscherndes Wasser vorstellen. Das hilft. Im Auto in Gesellschaft von Mitfahrern stößt es – klar – nicht unbedingt auf Gegenliebe, wenn ich plötzlich auf der Autobahn mein Fenster öffne. Aber genau in diesem Moment geht’s halt nicht anders…

Falsche Kleidung fördert diese Zustände. Also achte ich darauf, mich nicht zu warm anzuziehen. Am besten Zwiebel-Look. Und vor allem kein Rollkragenpullover. Ich friere eher selten. Und wenn, meistens wenn ich müde werde. Dann ziehe ich noch einen Pullover an und manchmal sogar Socken. Natürlich, wie nicht anders zu erwarten, mutiere ich dann innerhalb von Minuten zum pfeifenden Teekessel, werfe die Klamotten, die ich gerade angezogen habe, von mir und stürze zur nächst gelegenen Frischluftquelle.

Eigentlich dachte ich den vergangenen Sommer über, die Hitzeanfälle hätten sich erleldigt. Geschlossene Räume in Verbindung mit Heizungsluft haben mich schnell eines Besseren belehrt. Wie lange dauert das denn eigentlich? Aber ich darf mich nicht beschweren, nicht wahr? Es könnte schlimmer sein.

Es ist einfach nur dieses Gefühl zu ersticken …

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Mal eben nach Dessau

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Ein Tagesausflug mit Stadtbesichtigung erstreckt sich in der Regel nicht über eine Strecke von – hin und zurück – 900 km an einem Tag. Um genau zu sein, innerhalb von 10 Stunden. Bei uns kann das schonmal vorkommen.

Die Fahrt war lang, die Besichtigung dafür umso kürzer. Selbstverständlich gab es für diesen Städtetrip einen guten Grund. Mein Sohn und ein langjährigerFreund – inzwischen auch von der Familie – sind seit kurzem Inhaber eines Burger-Restaurants im Westernstil in Darmstadt: das ‚Red Barn Saloon Western-Restaurant & Cocktailbar‘. Eine wundervolle Sache: wir haben wieder eine Location in Darmstadt, in der wir uns zu Hause fühlen, großartige Burger und andere Köstlichkeiten – auch in flüssiger Form – genießen können. Perfekt! Eine schöner Zufall will es, dass sich in diesen Räumen vor rund dreißig Jahren unser Stammlokal befunden hat. Zu einem gutgehenden Restaurant gehört natürlich auch eine Transportmöglichkeit, die gleichzeitig als Werbeträger genutzt werden kann. Und genau dieser Umstand hat uns nach Dessau geführt.

Das Objekt der Begierde harrte dort der Dinge, die kommen sollten. Diese starteten mehr oder weniger ausgeschlafen um 5 Uhr morgens. Vier große Menschen in einem mittelgroßen Cabrio. Es war witzig, es war gemütlich, es wurde eng und enger. 450 km einfach Strecke veranlassen alle Beinen, ältere besonders, ihr Recht auf mehr Platz einzufordern – allerdings ohne Erfolg.

Am Zielort angekommen, haben wir das Fahrzeug gebührend bewundert und dann die Jungs ihrer Aufgabe überlassen, ihre Beute nach Hause zu fahren. Mein Mann und ich nutzten die Gelegenheit, einen kurzen Blick auf das Bauhaus Museum Dessau zu werfen. Leider hatten wir nicht genug Zeit für einen ausgiebigen Besuch. Man muss manchmal eben auch mit dem zufrieden sein, was man bekommen kann und das war in diesem Fall zumindest ein äußerer Eindruck des Bauwerks.

Bauhaus Museum Dessau

Das Wetter hat es gut gemeint und so konnte ich einige Bilder der Fassade – zum Teil mit Spiegeleffekt – sowie von einigen Skulpturen im angrenzenden Stadtpark erhaschen.

Spiegelfassade Museum
„Anette“ von Horst Brühmann
„Liegende“ von Horst Brühmann

Gestärkt mit leckeren Brötchen ging’s nach einer guten Stunde schon wieder auf die Autobahn Richtung Heimat. Rechts und links der Fahrtstrecke gibt es einige Windparks. Ich finde, diese riesigen Windmühlen sind immer irgendwie schaurig schön: die Aufnahme konnte ich während der Fahrt durch die Windschutzscheibe machen.

Harmlose Riesen oder Krieg der Welten?

Der Samstag war stressig, aber unterhaltsam. Und ratet mal, was es abends zur Belohnung gab – richtig: Burger!

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Nachts

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Ich wache oft mitten in der Nacht auf. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir: es ist zumeist um die 3 Uhr, kurz vor oder kurz nach.

Och nee

Fordert mein Körper sein Recht, husche ich ins Badezimmer. Natürlich im Dunkeln, von draußen fällt doch genug Licht in die Räume und ich möchte schließlich niemanden wecken. Nachdem ich wieder meinen kleinen Zeh an einem Möbelstück oder dem Türrahmen leise fluchend gestaucht habe und auf den schwarzen Kater getreten bin, krieche ich ins noch warme Bett zurück, ziehe die Decke über mich, seufze zufrieden (ich kann noch zwei bis drei Stunden schlafen), schließe die Augen – und bin hellwach!

Großartig. Schafe zu zählen hat mich schon immer mehr genervt als beruhigt. Warmer Tee – oder tatsächlich Kakao – hat mitunter Wirkung gezeigt, ist aber keine wirkliche Lösung! Zuviel Krach und die Katze will dann auch noch gefüttert werden. Also könnte ich mir gleich einen Kaffee kochen und aufbleiben.

Ich versuche, meine Gedanken zu beruhigen. Denke an die schöne Wolle, aus der ich aktuell einen Pullover stricke. Hätte ich mich vielleicht für ein anderes Muster entscheiden sollen? Welches? Ajour? Das ist nicht zielführend. Ich drehe mich immer noch von einer Seite auf die andere.

Ich rufe meinen Kopf zur Ornung, denke nur an Wärme und Stille und herrliche Dunkelheit und ob ich mein Halloween-Kostüm im Hexenstil ganz schwarz gestalten oder auch dunkelgrau einarbeiten sollte. Etwas Glitzer wäre auch nicht schlecht, wie kriege ich das passende Make-up hin und wann habe ich überhaupt Zeit, in ein Stoffgeschäft zu gehen?

Geht wacher als wach?

Ein weiterer Versuch, total zu entspannen. Ich suche meine innere Mitte, die offenbar besser schlafen kann als ich, da ich keine Rückmeldung erhalte. Denk an etwas Schönes, Nicole! Weihnachtsdekoration, Weihnachtsbaum. Plätzchen. Ich muss unbedingt Weihnachtskarten malen. Welche Motive? Und da ich gerade beim Thema bin: Weihnachtsgeschenke!

Nach den Weihnachtspäckchen werden die Gedanken dunkler, unangenehme Erinnerungen schleichen sich ein, Sorgen machen sich breit…

Licht an!

Brille auf die Nase und eintauchen in Diana Gabaldons geniale Geschichte über eine Frau unserer Zeit, die zweihundert Jahre in der Vergangenheit ein zweites Leben findet. Einfach herrlich. Nach einer halben Stunde werde ich müde. Ich lösche das Licht. Ein kurzer Blick ins Handy kann doch nicht schaden, oder? Es besteht immer die Gefahr, etwas zu verpassen. Ich verliere mich auf Instagram und bin in Folge wieder meilenweit vom Schlaf entfernt.

In 45 Minuten klingelt der Wecker!

Ich ermahne mich zu Disziplin, lege das Handy weg, kuschel mich in die Decke, stelle fest, dass ich Gesellschaft habe – die Umrisse vom Kater sind im schwachen Gegenlicht zu sehen. Und wieder einmal beweist sich: Katzen haben etwas beruhigendes. Ich schlafe ein.

Gesellschaft

Der Verlauf dieser Schlafunterbrechung ist glimpflich verlaufen. Richtig spannend wird es mit einer Schlafparalyse.

Aber das ist eine andere Geschichte!

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Hektik am Morgen?

Gerne doch!

Ist es wirklich erstrebenswert, mit 60 Jahren die Hektik auf sich zu nehmen die damit verbunden ist, früh aufzustehen und sich in den Berufsalltag zu stürzen?

Ist es! Die Möglichkeit, mit 60 oder mehr täglich einen Beruf ausüben zu können – oder eigentlich müssen wir in der heutigen Zeit sagen ausüben zu dürfen – sollte dankbar akzeptiert werden. Die Alternative, zu Hause sein zu können und sich hier um alles zu kümmern, zu gestalten, es schön zu machen, ist verlockend. Zugegeben.

Jeden Tag ausschlafen!

Das bedeutet aber auch kaum noch mitzuerleben, wie der Tag erwacht: es wird langsam hell , der Geruch der Natur am frühen Morgen ist herrlich, noch ganz frisch und unverbraucht (zumindest auf dem Land), erst zwitschert ein vereinzelter Vogel, noch ganz verschlafen, dann folgen die anderen und es gibt ein regelrechtes Konzert. Ich liebe das, meine Söhne schließen in diesem Moment gerne das Fenster.

Und natürlich der Sonnenaufgang – wenn des Wetter mitspielt.

Bald sehen die Bäume wieder so aus

Auch eine Mülltonne wird im Sonnenaufgang zum Objekt

Die wunderbare Ruhe in der Wohnung oder im Haus, wenn alle anderen noch schlafen. Dafür alleine lohnt es sich schon, aufzustehen und bei einer Tasse Kaffee oder Tee richtig wach zu werden. Diese stillen Morgenstunden machen uns fit für den Tag, glätten die Wogen unserer Gedanken und helfen uns, die kommenden Stunden zu planen.

Natürlich geht’s dann nicht ganz so besinnlich weiter. Duschen, Haare, Nägel, noch schnell eine Waschmaschine anwerfen oder ausräumen, den Abfall entsorgen, einen Einkaufszettel zusammenstellen, das Katzenklo saubermachen, die Benutzerin desselben füttern. Dann in Hut und Mantel die Katze zu fragen, ob sie hinaus oder doch lieber drin bleiben möchte. Die Mieze sitzt in der geöffneten Tür und fängt erst einmal an an sich zu putzen — schließlich muss eine solche Entscheidung gut überdacht werden. Nach weiteren 10 Minuten ist alles geklärt und wir können fröhlich das Haus verlassen, wohl wissend, dass wir wieder einmal zu spät dran sind.

Hat doch was, oder? Hat es!

Aber manchmal vermisse ich auch diese andere Zeit. Diese Zeit, in der es mir vergönnt war unsere Jungs ohne Berufstätigkeit großzuziehen.

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Was wir sehen

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Geht Ihr einfach nur spazieren oder gehört Ihr wie ich zu den Menschen, die in Wäldern, Wiesen, Teichen und Bächen andere Welten sehen?

Ein mit Moos und winzigen Pilzen überwucherter Baumstumpf muss einfach das Heim von Elfen (damit meine ich kleine geflügelte Wesen, nicht Tolkiens großartige Elben) und Kobolden sein!

Wenn nicht hier, wo dann?

Pilze haben mich schon immer begeistert. Sie könnten die Wohnstatt von winzigen Fabelwesen sein. Auch erinnere ich mich an eine Kindergeschichte, in denen das Haus der Familie, die ein Ragout aus den falschen Pilzen zu Mittag hatte,plötzlich verschwunden ist.

Eine schöne Villa!

Bei Bächen komme ich immer noch in Versuchung, kleine Boote aus Baumrinde oder Blätter schwimmen zulassen. Ihnen zuzuschauen, wie sie ihre Reise nach Anderswo antreten. Im Wald, der den Steinbrücker Teich bei Darmstadt umgibt, ist ein kleiner, ruhiger Bach zu finden, der ganz eigen anmutet. Immer ein wenig düster. Etwas verwunschen wie der Wald um ihn herum. Gerade an etwas diesigen Tagen erwarte ich immer, dass plötzlich Zeitreisende wie Ritter, Magierinnen und Urpferdchen aus der nahegelegenen Grube Messel auftauchen.

Schaut Euch Bäume unbedingt genauer an. Natürlich sehen wir sie, nehmen sie aber oft nur in ihrer Gesamtheit wahr. Klar, ein Baum! Er ist groß, hat mal Blätter und mal keine, auf jeden Fall Äste und einen Stamm. Entdeckt Ihr die Gesichter, versteckt in Astlöchern und Rinde? Erkennt Ihr die Miniatur-Landschaften, geschaffen von den Wurzeln, bevor sie im Erdreich verschwinden? Welche Geschichten und Schicksale verbergen sich hinter den in die Stämme geritzten Initialen? Manche davon sind schon alt, soweit oben wie sie sind.

Seht genau hin! Manchmal kommt es nur auf den Blickwinkel an..

Mein Weg zum Job führt mich jeden Tag vorbei an Feldern, kleinen Wiesen und am örtlichen Golfplatz, der mich immer irgendwie ans Auenland erinnert. Heute Morgen war das Licht wunderschön, schon etwas herbstlich. Leicht konnte ich mir in dieser Szenerie Frodo und Sam vorstellen, wie sie zu ihrem Abenteuer aufbrechen.

Gartenteiche sind eine Welt für sich. Egal, ob klein oder groß, ob cool oder natürlich gestaltet – sie sind schön und bringen Leben in den Garten. Je wild bewachsener der Teich mit Farnen, Frauenmantel und Lilien, je verwilderter das Grundstück, um so verwunschener ist so ein Tümpel. Das lebendige Gewusel kennen wir doch eigentlich nur im Tageslicht.

Nachts ist es richtig spannend. Schnappt Euch doch mal eine Taschenlampe und leuchtet in den Teich hinein. Es ist unglaublich, was sich im Lichtschein alles bewegt. Irgendwelche Insektenlarven, Kaulquappen, Schnecken, Frösche und sogar Spinnen, die irgendwann gelernt haben müssen, im Wasser zu leben – nicht, dass die zu meinen Favoriten gehören würden …

Wusstet Ihr, dass die winzigen Fischbabys so am besten zu sehen sind?

Nur – eine Nymphe hat sich mir bisher leider noch nie gezeigt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf!

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