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Sybellacami

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Andy, mein Haarfön oder wenn die Dinge nicht mehr einem selbst gehören

‚Andy, ich brauche den Fön!‘

Dies ist inzwischen wieder eins der morgendlichen Rituale unseres Haushalts.

Es war schon so, bevor die Jungs das erste Mal ausgezogen sind. Meistens ging es damals bereits um den Fön. Ein weiteres Objekt der Begierde war das Haarspray (im Nachhinein kommt es mir manchmal so vor, dass von den meisten Artikeln nur ein einziges Exemplar in einem Vier-Personen-Haushalt existierte).

Vorübergehend wohnt unser älterer Sohn wieder bei uns. Schön ist es! Auch wenn wir uns aufgrund unserer verschiedenen Arbeitszeiten nicht täglich sehen, weiß ich, dass er da ist. Ich sehe das Auto morgens vor der Tür stehen. Schuhe und Päckchen von und für ihn sind dekorativ im Flur verteilt. Unser schwarzer Hauspanther neigt zum Glück nicht dazu, alles zu markieren, das sich ihm darbietet. Unsere Ex-Katzen – mögt ihr nun im Katzenland frei rennen! – haben da ganz andere Arbeit geleistet!

Die Tabletts sind weg, mitunter auch das Brotmesser. Klar, dass auch die Sojasosse ihren Weg ins Dachstudio findet. Ich will ja nicht leugnen, das all dies das Potenzial hat, mich über die dünne Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn nachdenken zu lassen. Aber meine Reizschwelle ist ziemlich weit oben angesiedelt, außerdem verfüge ich über eine ordentliche Portion Humor (bei meinem Mann sind diese Eigenschaften möglicherweise – situationsbedingt – etwas anders verteilt).

Es macht Spaß, meinem Sohn – gerne auch in Begleitung – in der Küche oder sonst wo im Haus zu begegnen. Ist auch kein Problem, mal die Wäsche für ihn aufzuhängen, wenn es meine Zeit, aber seine gerade nicht zuläßt. Wie gerne hätte ich jetzt auch noch unseren jüngeren Sohn Max hier! Der Wunsch, es wieder wie früher sein zu lassen…

Ich habe die Tage, an dem sie mit ihrem Hab und Gut vom Grundstück gefahren sind, nicht vergessen. Welche Mutter kann das schon?

Machen wir uns nichts vor – auch wenn die Kids manchmal wieder bei uns einziehen, wird das kein Dauerzustand sein. Mit Glück können wir später bei ihnen Unterschlupf finden, wenn wir nicht mehr richtig krabbeln können.

Also – wenn ich eine Revenge für den Haarfön in Erwägung ziehen möchte, sollte ich mich gut mit ihnen stellen, nicht wahr?

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Rauchen

Waren es denn wirklich so schlechte Zeiten, als morgens die Klamotten, die am Vorabend in einer Gaststätte getragen wurden, so wunderbar ekelhaft nach kaltem Rauch gerochen haben? Oft genug waren sie einfach Zeugen eines schönen Abends.

Zu zweit oder mit Freunden wurde getrunken, manchmal gegesssen, gelacht, diskutiert oder gestritten – und geraucht. Das Weltgeschehen, die Situation in Job und Familie wurden von allen Seiten beleuchtet, jeder hat seinen Senf dazu gegeben. Irgendwann waren sich einzelne der Gruppe oder alle einig, dass es bereits spät und der Heimweg angeraten sei. Um dieses Unterfangen anzugehen, war ein letztes Bier und eine letzte Zigarette erforderlich. Und natürlich hat das Gespräch dann neuen Aufschwung bekommen – und die allerletzte Zigarette wurde in angezündet. Und natürlich noch ein kleines Bierchen dazu geordert.

Gut für die Gastronomie und gut für die Kommunikation.

Wie sieht es denn heute im Rahmen des Rauchverbots aus? Zunächst sitzen wir alle an einem Tisch, genießen unser erstes Getränk und schwätzen. Die Raucher unter uns, zu denen ich nicht mehr gehöre, geben in der Regel ihrem Wunsch nach einer Zigarette zu diesem Zeitpunkt noch nicht nach.

Nach dem Essen gibt es aber kein Halten mehr. Raus‘ geht’s – egal welche Wetterlage! Wenn ich mich nicht alleine am Tisch wiederfinden will, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich ebenfalls in den Hof zu stellen. Dort gesellen sich dann noch Bekannte hinzu, es bilden sich unterschiedlich Gruppen.

Früher wären einfach alle an einem Tisch eng zusammengerückt – trocken, warm und gemütlich!

Es ist kaum noch vorstellbar, dass einfach überall geraucht wurde. Was sicherlich auch zuweit gegangen ist. Für alle Nichtraucher muss es die Hölle gewesen sein.

Warum ich aufgehört habe zu rauchen? Mir ist das Geld ganz einfach zu schade – und ich verspüre nicht das geringste Verlangen, ständig vor einer Tür herum zu stehen. Und natürlich freut sich meine Haut! Aber bei uns zu Hause wird nach wie vor geraucht. Manchmal, bei einer Party oder so, schnappe ich mir mal eine Zigarette. Übrigens ist dann auch so die unbestritten dicke Luft besser zu ertragen…

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Heißkalt

Meine Wechseljahre meinen es gut mit mir. Auch wenn sie mich seit ungefähr zehn Jahren begleiten, haben sie mich nie wirklich beeinträchtigt. Depressionen haben sich bisher nicht eingestellt – meine Stimmungsschwankungen waren als Teenager schlimmer – und wenn es mir heiß wird, schaltet mein Körper nicht in den Modus ’schwitzen‘.

Aber heiß wurde mir schon. Und wird es noch immer.

Und dann renne ich ans nächste Fenster und reiße es auf. Am besten ganz ‚raus ins Freie. Wie gesagt: ich schwitze nicht, aber ich bekomme keine Luft. Das ist nicht körperlich zu verstehen – ich schnappe nicht nach Luft wie ein Fisch an Land. Aber ich habe habe das Gefühl zu ersticken, wenn ich nicht sofort meine Nase in den Wind halten kann. In einem Raum mit Fenster und Türen kein Problem – im Kino oder im Flugzeug sieht das anders aus. Also Augen schließen, ruhig atmen und sich einen kühlen Wald oder plätscherndes Wasser vorstellen. Das hilft. Im Auto in Gesellschaft von Mitfahrern stößt es – klar – nicht unbedingt auf Gegenliebe, wenn ich plötzlich auf der Autobahn mein Fenster öffne. Aber genau in diesem Moment geht’s halt nicht anders…

Falsche Kleidung fördert diese Zustände. Also achte ich darauf, mich nicht zu warm anzuziehen. Am besten Zwiebel-Look. Und vor allem kein Rollkragenpullover. Ich friere eher selten. Und wenn, meistens wenn ich müde werde. Dann ziehe ich noch einen Pullover an und manchmal sogar Socken. Natürlich, wie nicht anders zu erwarten, mutiere ich dann innerhalb von Minuten zum pfeifenden Teekessel, werfe die Klamotten, die ich gerade angezogen habe, von mir und stürze zur nächst gelegenen Frischluftquelle.

Eigentlich dachte ich den vergangenen Sommer über, die Hitzeanfälle hätten sich erleldigt. Geschlossene Räume in Verbindung mit Heizungsluft haben mich schnell eines Besseren belehrt. Wie lange dauert das denn eigentlich? Aber ich darf mich nicht beschweren, nicht wahr? Es könnte schlimmer sein.

Es ist einfach nur dieses Gefühl zu ersticken …

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Mal eben nach Dessau

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Ein Tagesausflug mit Stadtbesichtigung erstreckt sich in der Regel nicht über eine Strecke von – hin und zurück – 900 km an einem Tag. Um genau zu sein, innerhalb von 10 Stunden. Bei uns kann das schonmal vorkommen.

Die Fahrt war lang, die Besichtigung dafür umso kürzer. Selbstverständlich gab es für diesen Städtetrip einen guten Grund. Mein Sohn und ein langjährigerFreund – inzwischen auch von der Familie – sind seit kurzem Inhaber eines Burger-Restaurants im Westernstil in Darmstadt: das ‚Red Barn Saloon Western-Restaurant & Cocktailbar‘. Eine wundervolle Sache: wir haben wieder eine Location in Darmstadt, in der wir uns zu Hause fühlen, großartige Burger und andere Köstlichkeiten – auch in flüssiger Form – genießen können. Perfekt! Eine schöner Zufall will es, dass sich in diesen Räumen vor rund dreißig Jahren unser Stammlokal befunden hat. Zu einem gutgehenden Restaurant gehört natürlich auch eine Transportmöglichkeit, die gleichzeitig als Werbeträger genutzt werden kann. Und genau dieser Umstand hat uns nach Dessau geführt.

Das Objekt der Begierde harrte dort der Dinge, die kommen sollten. Diese starteten mehr oder weniger ausgeschlafen um 5 Uhr morgens. Vier große Menschen in einem mittelgroßen Cabrio. Es war witzig, es war gemütlich, es wurde eng und enger. 450 km einfach Strecke veranlassen alle Beinen, ältere besonders, ihr Recht auf mehr Platz einzufordern – allerdings ohne Erfolg.

Am Zielort angekommen, haben wir das Fahrzeug gebührend bewundert und dann die Jungs ihrer Aufgabe überlassen, ihre Beute nach Hause zu fahren. Mein Mann und ich nutzten die Gelegenheit, einen kurzen Blick auf das Bauhaus Museum Dessau zu werfen. Leider hatten wir nicht genug Zeit für einen ausgiebigen Besuch. Man muss manchmal eben auch mit dem zufrieden sein, was man bekommen kann und das war in diesem Fall zumindest ein äußerer Eindruck des Bauwerks.

Bauhaus Museum Dessau

Das Wetter hat es gut gemeint und so konnte ich einige Bilder der Fassade – zum Teil mit Spiegeleffekt – sowie von einigen Skulpturen im angrenzenden Stadtpark erhaschen.

Spiegelfassade Museum
„Anette“ von Horst Brühmann
„Liegende“ von Horst Brühmann

Gestärkt mit leckeren Brötchen ging’s nach einer guten Stunde schon wieder auf die Autobahn Richtung Heimat. Rechts und links der Fahrtstrecke gibt es einige Windparks. Ich finde, diese riesigen Windmühlen sind immer irgendwie schaurig schön: die Aufnahme konnte ich während der Fahrt durch die Windschutzscheibe machen.

Harmlose Riesen oder Krieg der Welten?

Der Samstag war stressig, aber unterhaltsam. Und ratet mal, was es abends zur Belohnung gab – richtig: Burger!

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Nachts

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Ich wache oft mitten in der Nacht auf. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir: es ist zumeist um die 3 Uhr, kurz vor oder kurz nach.

Och nee

Fordert mein Körper sein Recht, husche ich ins Badezimmer. Natürlich im Dunkeln, von draußen fällt doch genug Licht in die Räume und ich möchte schließlich niemanden wecken. Nachdem ich wieder meinen kleinen Zeh an einem Möbelstück oder dem Türrahmen leise fluchend gestaucht habe und auf den schwarzen Kater getreten bin, krieche ich ins noch warme Bett zurück, ziehe die Decke über mich, seufze zufrieden (ich kann noch zwei bis drei Stunden schlafen), schließe die Augen – und bin hellwach!

Großartig. Schafe zu zählen hat mich schon immer mehr genervt als beruhigt. Warmer Tee – oder tatsächlich Kakao – hat mitunter Wirkung gezeigt, ist aber keine wirkliche Lösung! Zuviel Krach und die Katze will dann auch noch gefüttert werden. Also könnte ich mir gleich einen Kaffee kochen und aufbleiben.

Ich versuche, meine Gedanken zu beruhigen. Denke an die schöne Wolle, aus der ich aktuell einen Pullover stricke. Hätte ich mich vielleicht für ein anderes Muster entscheiden sollen? Welches? Ajour? Das ist nicht zielführend. Ich drehe mich immer noch von einer Seite auf die andere.

Ich rufe meinen Kopf zur Ornung, denke nur an Wärme und Stille und herrliche Dunkelheit und ob ich mein Halloween-Kostüm im Hexenstil ganz schwarz gestalten oder auch dunkelgrau einarbeiten sollte. Etwas Glitzer wäre auch nicht schlecht, wie kriege ich das passende Make-up hin und wann habe ich überhaupt Zeit, in ein Stoffgeschäft zu gehen?

Geht wacher als wach?

Ein weiterer Versuch, total zu entspannen. Ich suche meine innere Mitte, die offenbar besser schlafen kann als ich, da ich keine Rückmeldung erhalte. Denk an etwas Schönes, Nicole! Weihnachtsdekoration, Weihnachtsbaum. Plätzchen. Ich muss unbedingt Weihnachtskarten malen. Welche Motive? Und da ich gerade beim Thema bin: Weihnachtsgeschenke!

Nach den Weihnachtspäckchen werden die Gedanken dunkler, unangenehme Erinnerungen schleichen sich ein, Sorgen machen sich breit…

Licht an!

Brille auf die Nase und eintauchen in Diana Gabaldons geniale Geschichte über eine Frau unserer Zeit, die zweihundert Jahre in der Vergangenheit ein zweites Leben findet. Einfach herrlich. Nach einer halben Stunde werde ich müde. Ich lösche das Licht. Ein kurzer Blick ins Handy kann doch nicht schaden, oder? Es besteht immer die Gefahr, etwas zu verpassen. Ich verliere mich auf Instagram und bin in Folge wieder meilenweit vom Schlaf entfernt.

In 45 Minuten klingelt der Wecker!

Ich ermahne mich zu Disziplin, lege das Handy weg, kuschel mich in die Decke, stelle fest, dass ich Gesellschaft habe – die Umrisse vom Kater sind im schwachen Gegenlicht zu sehen. Und wieder einmal beweist sich: Katzen haben etwas beruhigendes. Ich schlafe ein.

Gesellschaft

Der Verlauf dieser Schlafunterbrechung ist glimpflich verlaufen. Richtig spannend wird es mit einer Schlafparalyse.

Aber das ist eine andere Geschichte!

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Hektik am Morgen?

Gerne doch!

Ist es wirklich erstrebenswert, mit 60 Jahren die Hektik auf sich zu nehmen die damit verbunden ist, früh aufzustehen und sich in den Berufsalltag zu stürzen?

Ist es! Die Möglichkeit, mit 60 oder mehr täglich einen Beruf ausüben zu können – oder eigentlich müssen wir in der heutigen Zeit sagen ausüben zu dürfen – sollte dankbar akzeptiert werden. Die Alternative, zu Hause sein zu können und sich hier um alles zu kümmern, zu gestalten, es schön zu machen, ist verlockend. Zugegeben.

Jeden Tag ausschlafen!

Das bedeutet aber auch kaum noch mitzuerleben, wie der Tag erwacht: es wird langsam hell , der Geruch der Natur am frühen Morgen ist herrlich, noch ganz frisch und unverbraucht (zumindest auf dem Land), erst zwitschert ein vereinzelter Vogel, noch ganz verschlafen, dann folgen die anderen und es gibt ein regelrechtes Konzert. Ich liebe das, meine Söhne schließen in diesem Moment gerne das Fenster.

Und natürlich der Sonnenaufgang – wenn des Wetter mitspielt.

Bald sehen die Bäume wieder so aus

Auch eine Mülltonne wird im Sonnenaufgang zum Objekt

Die wunderbare Ruhe in der Wohnung oder im Haus, wenn alle anderen noch schlafen. Dafür alleine lohnt es sich schon, aufzustehen und bei einer Tasse Kaffee oder Tee richtig wach zu werden. Diese stillen Morgenstunden machen uns fit für den Tag, glätten die Wogen unserer Gedanken und helfen uns, die kommenden Stunden zu planen.

Natürlich geht’s dann nicht ganz so besinnlich weiter. Duschen, Haare, Nägel, noch schnell eine Waschmaschine anwerfen oder ausräumen, den Abfall entsorgen, einen Einkaufszettel zusammenstellen, das Katzenklo saubermachen, die Benutzerin desselben füttern. Dann in Hut und Mantel die Katze zu fragen, ob sie hinaus oder doch lieber drin bleiben möchte. Die Mieze sitzt in der geöffneten Tür und fängt erst einmal an an sich zu putzen — schließlich muss eine solche Entscheidung gut überdacht werden. Nach weiteren 10 Minuten ist alles geklärt und wir können fröhlich das Haus verlassen, wohl wissend, dass wir wieder einmal zu spät dran sind.

Hat doch was, oder? Hat es!

Aber manchmal vermisse ich auch diese andere Zeit. Diese Zeit, in der es mir vergönnt war unsere Jungs ohne Berufstätigkeit großzuziehen.

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Was wir sehen

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Geht Ihr einfach nur spazieren oder gehört Ihr wie ich zu den Menschen, die in Wäldern, Wiesen, Teichen und Bächen andere Welten sehen?

Ein mit Moos und winzigen Pilzen überwucherter Baumstumpf muss einfach das Heim von Elfen (damit meine ich kleine geflügelte Wesen, nicht Tolkiens großartige Elben) und Kobolden sein!

Wenn nicht hier, wo dann?

Pilze haben mich schon immer begeistert. Sie könnten die Wohnstatt von winzigen Fabelwesen sein. Auch erinnere ich mich an eine Kindergeschichte, in denen das Haus der Familie, die ein Ragout aus den falschen Pilzen zu Mittag hatte,plötzlich verschwunden ist.

Eine schöne Villa!

Bei Bächen komme ich immer noch in Versuchung, kleine Boote aus Baumrinde oder Blätter schwimmen zulassen. Ihnen zuzuschauen, wie sie ihre Reise nach Anderswo antreten. Im Wald, der den Steinbrücker Teich bei Darmstadt umgibt, ist ein kleiner, ruhiger Bach zu finden, der ganz eigen anmutet. Immer ein wenig düster. Etwas verwunschen wie der Wald um ihn herum. Gerade an etwas diesigen Tagen erwarte ich immer, dass plötzlich Zeitreisende wie Ritter, Magierinnen und Urpferdchen aus der nahegelegenen Grube Messel auftauchen.

Schaut Euch Bäume unbedingt genauer an. Natürlich sehen wir sie, nehmen sie aber oft nur in ihrer Gesamtheit wahr. Klar, ein Baum! Er ist groß, hat mal Blätter und mal keine, auf jeden Fall Äste und einen Stamm. Entdeckt Ihr die Gesichter, versteckt in Astlöchern und Rinde? Erkennt Ihr die Miniatur-Landschaften, geschaffen von den Wurzeln, bevor sie im Erdreich verschwinden? Welche Geschichten und Schicksale verbergen sich hinter den in die Stämme geritzten Initialen? Manche davon sind schon alt, soweit oben wie sie sind.

Seht genau hin! Manchmal kommt es nur auf den Blickwinkel an..

Mein Weg zum Job führt mich jeden Tag vorbei an Feldern, kleinen Wiesen und am örtlichen Golfplatz, der mich immer irgendwie ans Auenland erinnert. Heute Morgen war das Licht wunderschön, schon etwas herbstlich. Leicht konnte ich mir in dieser Szenerie Frodo und Sam vorstellen, wie sie zu ihrem Abenteuer aufbrechen.

Gartenteiche sind eine Welt für sich. Egal, ob klein oder groß, ob cool oder natürlich gestaltet – sie sind schön und bringen Leben in den Garten. Je wild bewachsener der Teich mit Farnen, Frauenmantel und Lilien, je verwilderter das Grundstück, um so verwunschener ist so ein Tümpel. Das lebendige Gewusel kennen wir doch eigentlich nur im Tageslicht.

Nachts ist es richtig spannend. Schnappt Euch doch mal eine Taschenlampe und leuchtet in den Teich hinein. Es ist unglaublich, was sich im Lichtschein alles bewegt. Irgendwelche Insektenlarven, Kaulquappen, Schnecken, Frösche und sogar Spinnen, die irgendwann gelernt haben müssen, im Wasser zu leben – nicht, dass die zu meinen Favoriten gehören würden …

Wusstet Ihr, dass die winzigen Fischbabys so am besten zu sehen sind?

Nur – eine Nymphe hat sich mir bisher leider noch nie gezeigt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf!

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Ferdinand

Wer von uns kennt die Geschichte nicht? Ferdinand der Stier ist ein friedliches Tier. Er liebt es, an Blumen zu riechen, während seine Freunde auf der Weide kein anderes Ziel kennen, als ihre Kraft und ihren Mut in der Arena unter Beweis zu stellen. Auch Ferdinand landet – bedingt durch einen Hummelstich, der aus ihm einen Moment lang den wütenden Stier macht, den alle herbeisehnen – auf dem Kampfplatz. Dort ist er aber friedfertig wie eh und jeh und wird wieder nach Hausegeshickt.

Für Ferdinand ist alles gut ausgegangen.

Soviel Glück hatten an einem Abend im August 2019 einige Stiere in einer Stierkampfarena auf Mallorca nicht. Sie sorgten für das Amusement der Menge im Namen der Tradition. Ein Zuschauer meinte sinngemäß, das Schauspiel würde vielleicht etwas grausam wirken, aber die Tiere seien nun mal dafür da.

Es ist beruhigend zu wissen, dass die Tiere nur ihrer Bestimmung zugeführt werden – oder doch nicht??

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Sommerwetter

Wir Menschen sind schon komisch! Erst einmal können wir die warme Jahreszeit gar nicht erwarten. Es geht uns nicht schnell genug, 28 Grad auf dem Thermometer angezeigt zu bekommen – bitte auch genauso gefühlt. Ein blauer Himmel ist gewünscht, garniert mit ein paar wenigen fluffigen weißen Wölkchen und eine angenehme leichte Brise.

Perfekt

Werden diese Wolken dann etwas mehr, spielen farblich leicht ins Graue und der Wind frischt auf, machen wir uns prompt Gedanken um Frisur und Zugluft. Und dann womöglich auch noch Regen mitten im Sommer! Der gute alte Spruch ‚es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleideung‘ hilft uns nicht wirklich weiter, wenn die feuchte Kälte an uns emporkriecht, sobald wir den Schutz unser heimeligen Wohnung verlassen. Und die ist natürlich dann auch nicht wirklich warm, weil normalerweise die Heizung zu dieser Jahreszeit nicht läuft. Wohl dem, der einen Kamin oder – lebendiges – Katzenfell zum Wärmen zur Verfügung hat. Am besten beides!

Also stöhnen wir alle und verlangen nach wärmeren Tagen.

Dieser Sommer gab uns bereits diese wärmeren Tage – hat uns als Steigerung zum vergangenen Jahr gelehrt, dass Temperaturen an die 40 Grad für gemäßigte Mitteleuropäer schwer zu ertragen sind. Kurz nach der Dusche am frühen Morgen geht’s. Kurze Zeit später bleibt alles an Händen und Armen kleben, das man unvorsichtigerweise berührt – auch andere Menschen. Hände schütteln? Unmöglich! Die Kleidung wird feucht und müffelt. Massive Kreislaufproblemen sowie dicke Füße und Beine gesellen sich zum allgemeinen Unbehagen hinzu. Alle unter uns, die nicht superschlank sind, wissen, wie sich feuchte Beine unterm Rock anfühlen, wenn sie zusammenkleben!

Schwimmbad? Gute Idee – auch wenn die Wassertemperatur an die heimische Badewanne erinnert. Ein mit kaltem Wasser gefüllter Eimer unter dem Schreibtisch kann auch hilfreich sein – ich kenne Leute, die tun das tatsächlich. In der Nacht schlafen? Nun ja…

Also ich für meinen Teil mag das Wetter so, wie es im Augenblick ist. Die frische Luft ist wieder da! Man kann wieder atmen! Ist es nicht wunderbar, am frühen Morgen bei geöffnetem Fenster einfach nur die Geräusche und den Geruch des Regens zu genießen?

Ein paar Regentropfen schaden nicht, sondern nutzen einfach allem und jedem.

Und wenn dann die Sonne wieder hervorkommt, erhalten wir manchmal ein Geschenk – Regenbögen.

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Handy & Co.

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Das Telefon hatte seinen festen Platz auf dem Schreibtisch meines Vaters. Dieser war riesig und stand mitten im Wohnzimmer. Es war also gewährleistet, dass Telefonate mit meinen Freundinnen und – schlimmer noch – Freunden unter den Augen und Ohren meiner Eltern stattfinden und zwar noch nicht aufgezeichnet, aber im Zweifelsfall gegen mich verwendet werden konnten.

Wir alle haben das erlebt und mussten natürlich alternative Kommunikationswege finden. Habt Ihr auch Zettelchen während des Unterrichts geschrieben? Es war toll – einfach alles wurde auf schriftlichem, wenn auch mitunter schwer entzifferbarem Weg erörtert und wenn’s dumm gelaufen ist, fielen sie aus der Schulmappe und den Eltern in die Hände. So wurde für ausführliche Gespräche im Familienkreis gesorgt.

Ich weiß nicht, ob es Euch rückblickend ähnlich ergeht – ich hätte mit 16 gemordet für ein Handy!

Sind die Möglichkeiten, die sich uns heute bieten, nicht großartig? Wir können telefonieren, Nachrichten schreiben, Bilder übermitteln – meistens wann und wo wir wollen. Wie muss es denn früher für unsere Eltern gewesen sein? Wir sind ausgezogen und waren erst mal weg. Heute können wir auch über Social Media am Leben unserer Kinder teilnehmen – und sie an unserem. Ich finde das schön. Na ja, sie vielleicht manchmal weniger…

Ein Kind zieht aus…

Wenn ich früher ein Buch gelesen habe, war der Atlas dabei. Ich wollte immer wissen, wo die Romanfiguren lebten oder auf welchen Wegen sie gereist sind und wie es dort ungefähr ausgesehen hat. Die Atlanten waren in der Regel groß und unhandlich und richtig unbequem wurde es, wenn ich in der Brockhaus-Sammlung mit Goldschnitt meines Vaters nachgeschlagen musste.

Mein Handy und mein Laptop leisten mir gute Dienste! Wie sonst könnte ich so schnell, so leicht an Informationen herankommen?

Es ist wichtig, auf der Reise in die kommenden Jahre unseres Lebens den Umgang mit Handy & Co. zu nutzen. Viele von uns tun dies natürlich bereits. Aber nicht alle. Den älteren Menschen in unseren Familien fällt das Pflegen sozialer Kontakte zunehmend schwerer, die ehemaligen Freunde sind oft nicht mehr. Wir können ihnen zeigen, wie sie trotzdem in der Welt unterwegs sein, neue Menschen kennenlernen und Gedanken und Ideen, Erinnerungen an andere Zeiten und Orte austauschen können.

Skypen mit Enkel

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