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Sybellacami

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Ich bin’s – Blacky

Tagesablauf

In meinem Blogdebüt vergangene Woche habe ich bereits erwähnt, dass meine Menschenfrau ständig darüber redet, ich hätte eine eingebaute Uhr und würde sicher bald auch noch klingeln. Inzwischen weiß ich, was sie damit meint. Lächerlich!

Ich bin keine Uhr, ich klingel auch nicht. Meine Sinne lassen mich wissen, was wann getan werden muss. Wenn ich hungrig bin, brauche ich ich Nahrung. Es mag draußen hell oder dunkel sein. Ein Beispiel: ich schlafe im Haus, wache auf und mein Bauch ist leer. Also bitte ich meine Menschen – manchmal muss ich sie wecken – mich zu füttern. Ich ziehe es vor, meine Mahlzeiten im Garten zu mir zu nehmen. Sie wissen das inzwischen und lassen mich hinaus und bringen mir meinen gefüllten Napf. Sie schließen die Tür hinter mir und die Lichter im Haus gehen wieder aus. Ich vermute, sie schlafen weiter, bis dieses komische Ding Krach macht, mit dem die Menschenfrau mich vergleicht.

Ich bin jetzt richtig wach, gestärkt und kann mich um mein Revier kümmern. Wenn alles inspiziert ist und die anderen Katzen in ihre Schranken verwiesen sind, gehe ich heim. Inzischen ist es hell und die Menschen auf den Beinen. Ich bitte um weitere kleine Morgenmahlzeit und begebe mich dann zu einem meiner Lieblingsplätze im Haus für ein Nickerchen. Ich bevorzuge das Zimmer von dem Menschenmann mit den weißen Haaren und dem weißen Bart, der hier auch wohnt. Bei meiner Menschenfrau schlafe ich tagsüber manchmal auf dem Bett oder in meinem Kratzbaum. Wenn sie da ist, habe ich aber nicht soviel Ruhe wie bei dem alten Herren. Sie streichelt mich oder fuchtelt mit einem Etwas vor mir herum, mit dem sie immer Bilder von mir machen will. Keine Ahnung, was sie damit meint.

Das Wachwerden nach dieser Ruhephase lasse ich langsam angehen. Gerne mit Fellpflege. Ein schwarzes, glänzendes Fell wie das meine erfordert Zuwendung. Außerdem kann ich dabei gut meinen weiteren Tagesplan überdenken. Als nächstes suche ich einen der Zweibeiner, der sich um meine Befürfnisse zu kümmern hat. Und dann ab ins Revier. Bei Einbruch der Dunkelheit schaue ich kurz im Haus vorbei, schnappe noch ein Häppchen und bin wieder weg. Bis mein Menschenmann mich ruft, um die Nacht zuhause zu verbringen. Ich fühle, dass er sich Sorgen macht, wenn ich nachts unterwegs bin. Ich bin doch eine Katze, wir lieben die Nacht! Aber um ehrlich zu sein: es ist auch schön, sicher schlafen zu können.

Mein Leben als Freigänger ist herrlich. Ein sicheres Zuhause und Abenteuer, wenn man sie sucht!

Nächste Woche wird es um den richtigen Umgang mit einem Kater wie mir gehen. Bis dann.

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Ich bin’s – Blacky

Der schwarze Kater der Familie

Übernahme

Meine Menschenfrau hat hier einmal geschrieben: er kam zur rechten Zeit. Dem möchte ich zustimmen. Es war damals für alle Beteiligten wichtig, dass ich den Weg zu dieser Familie gefunden habe.

Wir waren zu zweit unterwegs. Schwarze Katzen ohne Zuhause, scheu und immer hungrig. Dieser Hunger führte uns zu einem Ort, wo meist eine Schale mit Futter vor der Tür stand. Zugegeben, eigentlich nicht für uns Streuner gedacht, sondern für die Katzen, die hier lebten. Ein Kater und diese entzückende Katzenfrau Bella. Der Kater – Sylvester wurde er gerufen – war krank und ging uns aus dem Weg. Er war nicht mehr lange da. Einmal saß ich vor der Tür und schaute zu, wie eine andere Menschenfrau kam. Bald konnte ich Sylvester nicht mehr fühlen. Bella ahnte, dass auch ihre Zeit gekommen war und wollte ihre Menschen nicht alleine lassen. Sie ließ uns weiter aus ihrem Napf fressen, wartete sogar auf uns. Und sie ermutigte uns, ihre Familie als die unsere zu akzeptieren.

So hat es begonnen
Unterricht

Meine Gefährtin war zu scheu, um sich darauf einzulassen und ging ihrer Wege. Ich hingegen war bereit, sesshaft zu werden und die Übernahme der Familie ins Auge zu fassen. Geschickt sind der Menschenmann und die Menschenfrau es angegangen, mich von den Vorzügen einer Gemeinschaft zu überzeugen.

Ich mochte es nicht, berührt zu werden. Also nutzten sie die Momente, in denen ich meine Schnauze in der Futterschüssel hatte, um mich zu streicheln. Im Nacken und zwischen den Ohren. Erst mal bin ich dann sofort abgehauen. Mit der Zeit erkannte ich, dass damit wohl keine Gefahr verbunden war. Im Gegenteil: es fühlte sich gut an.

Bella zog sich mehr und mehr zurück und es kam der Tag, an dem sie sich aufmachen musste, Mutter, Schwester und Bruder wiederzusehen. Ich beschloss, ihren Platz einzunehmen. Schließlich hatte sie mich genau darauf vorbereitet. Ich begann, vorsichtig, ganz vorsichtig, das Haus zu erkunden. Ich fing mit dem Raum direkt hinter der Tür zum Draußen an. Ganz nett, aber es gab Stellen hier, die deutlich interessanter rochen. Küche ist der Name der Menschen für diesen Platz, an dem ich weitere Futternäpfe fand. Ganz für mich allein! Wow! Allerdings brauchte ich mehrere Anläufe, um mich bis dorthin vorzuwagen. Manchmal machten sie die Tür hinter mir zu, sobald ich auf Erkundungstour war. Das hat mir nicht gefallen. Also habe ich ein wenig Panik verbreitet, bis sie mich wieder hinaus ließen. Das klappte nach ein paar Tagen sehr gut. Die Erziehungssphase war damit eingeleitet. Nicht meine, ihre!

Hier gab es zwar noch sehr viel zu tun, aber ich ließ es langsam angehen. Schließlich wollte ich nicht riskieren, die Menschen zu verjagen. Sie erwiesen sich als lernfähig und passten sich meinen Bedürfnissen an (jede Katze ist nun mal anders). Sie stellten sogar etwas hin, an dem ich meine Krallen wetzen und darin liegen konnte. Ich lebte mich ein, erkundete Haus und Garten und fand meine Schlaf- und Futterplätze für die unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten.

Einen beunruhigenden Zwischenfall gab es allerding. Der Menschenmann und die Menschenfrau stellten einen Kasten hin. Natürlich musste ich das Ding untersuchen. Nichts schlimmes, dachte ich! Zumal die Decke darin einen Geruch verbreitete, dem wir Katzen einfach nicht widerstehen können, sondern ganz wuschig werden. Irgendwann verschlossen sie den Kasten hinter mir und trugen mich aus dem Haus – wollten sie mich denn wieder loswerden? Ich wurde in einen größeren Kasten gestellt, der anfing Geräusche zu machen und zu schaukeln! Und dann trugen sie mich in ein anderes Haus und da waren andere Katzen und Hunde und Hasen und es roch nach Angst und dann wurde ich aus dem Kasten geholt und da war diese andere Menschenfrau, die irgendetwas mit Sylvesters und Bellas Schwinden zu tun hatte. Jetzt hatte ich richtig Angst!

Es stellte sich heraus, dass diese Frau sehr nett war und mich streichelte und so schön ruhig mit mir sprach. Es piekste mal kurz, habe ich aber kaum gespürt. Und dann sind wir wieder in den großen Kasten gestiegen und haben geschaukelt und waren wieder bald wieder in unserem Zuhause. Nochmal wurde ich zu diesem Ort gebracht, mußte sogar alleine dort bleiben und etwas schlafen.

Als ich wieder zu Hause war, habe ich mich zuerst etwas merkwürdig gefühlt, doch das verging rasch. Aber warum finde ich die Weibchen nicht mehr so aufregend? Na ja, es gibt ja genug andere Dinge, um die ich mich kümmern muss. Hier laufen für meinen Geschmack zu viele Katzenmänner herum und denen muss immer klar gemacht werden, dass das hier mein Revier ist. Es wird mir nicht langweilig!

Meine Persönlichkeit? Mein Name ist Blacky. Ich bin ein Kater, ich bin schwarz, ganz schwarz, und ich bin ein Gewohnheitstier: ich hasse Veränderungen. Meine Menschenfrau sagt immer:’Der Kater hat eine eingebaute Uhr, irgendwann fängt er noch an zu ticken‘. Was meint sie eigentlich damit?

Sie hat mir vorgeschlagen, auf dieser Seite regelmäßig über meine Leben als Familienkatze zu schreiben. Vorschlag angenommen! Ich werde jetzt erst mal in Erfahrung bringen, was es mit diesem Gerede über Uhr und ticken auf sich hat.

Bericht folgt nächste Woche.

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Jäger und Sammler

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Ich komme aus einer Familie, in der nichts weggeworfen wurde.

Blusen und Kleider, in welche die Damen des Hauses nicht mehr hineinpassten. Noch schlimmer: alte Mäntel, deren ursprünglicher Besitzer schon lange tot war. Und einiges davon landete an mir! Ich meine, womit kleidete man eine 10-11 Jährige Ende der 1960er Jahre auf dem Gymnasium ein? Richtig! Der alte Mantel vom 1945 verstorbenen Großvater. Wie groß oder besser klein war dieser Mann eigentlich? Halbschuhe von einer sehr lebendigen Großmutter, deren Füße aber seit den 50er Jahren das Schuhwerk nicht mehr mochten. Nicht, dass wir arm wie die Kirchenmäuse gewesen wären, aber die Klamotten waren da. Zum Wegwerfen zu schade! Gute Stoffe, gutes Leder – also an das Mädchen damit. Sollte ja schließlich gut und passend gekleidet sein. Hilfe!

Oma sagte immer: „Ich muss räumen“. Ein Alarmsignal für die Familie, denn dann wurde es ungemütlich. Oma hatte viel Krusch und dieser war in ihren Schränken und in einer Kommode in meinem Zimmer verteilt. Schubladen und Schrankfächer wurden durchwühlt, ausgeräumt, der Inhalt für noch gut befunden, zu schade zum entsorgen und wieder eingeräumt. Vollständig, nur anders angeordnet. Natürlich wurde in Folge nichts mehr gefunden!

Eines Tages wünschte meine Mutter sich im Vorratsraum ein Regal. Hier standen ein Kühlschrank und eine Holzsteige für Kartoffeln. In den 60er Jahren wurde noch eingekellert. Meine Mutter stellte sich Regale rundherum an den Wänden vor und in der Mitte des Raumes einen Tisch. Leicht zugänglich und übersichtlich. Mein Vater gab schließlich ein Schreinermeisterstück in Auftrag, das sich als schwer zugänglich und sehr unübersichtlich erwies. In die Mitte des Kellerraumes wurde ein riesiger Regalblock aufgebaut. Alles in den inneren Bereichen dieses ausgeklügelten Aufbewahrungssystems war auf immer verloren. Die äußeren Bereiche waren auf drei Seiten nur über einen schmalen Gang entlang der Kellerwände erreichbar. Natürlich wohnten an diesen Wänden Spinnen. Und natürlich wurde stets das Mitglied mit den ‚jüngsten Beinen‘ in den Keller geschickt, um Eingemachtes zum Abendessen zu holen. Ich hasse Spinnen!

Mein Vater hat über Jahrzente die Zeitschrift ‚Auto, Motor und Sport‘ gesammelt. Die Exemplare, die keinen Platz mehr in den Tiefen des Bucherschrankes fanden, wurden im Keller aufbewahrt. Ebenso meine Kinder- und Jugendbücher, die ich bei meinem Auszug nicht mitnahm. Eines Tages liefen die Kellerräume während heftiger Regenfälle voll Wasser – der Rest ist Geschichte!

All diese Erinnerungen und Erfahrungen hindern mich allerdings nicht daran, selbst eifrig zu jagen und zu sammeln. Um mit Captain Jack Sparrow zu sprechen: „Nimm, was Du kriegen kannst und gib nichts wieder zurück!“ Mein Motto! Schränke und Schubladen bestätigen das.

Weihnachts-, Geburtstags- und Ansichtskarten von Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen. Gebasteltes aus der Kindergartenzeit der Jungs. Ihre ersten Schulhefte. Gemalte und gezeichnete Bilder. Handschriftliche, an mich gerichtete Notizen: Kannst Du mich morgen früh etwas später wecken? Kannst Du uns morgen früh zur Schule fahren? Kann ich noch etwas Geld haben? Kannst Du mich heute Abend abholen? Kannst Du mich heute Mittag zu einem Freund fahren? Wie soll man sich denn davon trennen?

Die schönsten Kinderbücher hebe ich auf. Wie haben wir beim Vorlesen der Geschichten über Pettersson und Findus gelacht. Besonders ‚Ein Feuerwerk für den Fuchs‘ ist einfach herrlich.

Mein vollgestopfter Bücherschrank öffnet mir die Tore zu Mittelerde in deutscher und englischer Sprache. Da kommen ein paar Bände zusammen. Diana Gabaldon beansprucht mit ihrer Highland-Saga ‚Outlander‘ wohl den meisten Platz. Im November kommt die Fortsetzung auf den Markt – weitere tausend Seiten wollen untergebracht werden. Die Thriller von Preston & Child und von Dan Brown bleiben auch genau da, wo sie sind. Keine Seite davon gebe ich her. Ein komplettes Fach – oder etwas mehr? – ist gefüllt mit den Horror-Geschichten von Dean Koontz. Wunderbare Fantasy-, Abenteuer- und Horrorwelten, die immer wieder besucht werden können! Mit den Kriminalromanen, die sich inzwischen dank einer Freundin der Familie dazugesellt haben, verhält es sich etwas anders. Krimis kann man nur einmal lesen. Also habe ich versucht, diese Bücher weiterzuverschenken. Habe sie zum Teil im Büro ausgelegt, auf Flohmarkt-Apps angeboten und natürlich auch in Facebook-Gruppen. Offenbar möchte niemand mehr Bücher haben! Nicht mal geschenkt!

Gesammelte Jahrgänge von ‚Living at Home‘, DIY-Hefte, Bilder, Kalenderbücher aus vergangenen Jahren, Kochbücher, Stoff- und Wollreste, Kurzwaren, Ösen, Bleiband und Gardinenröllchen. Nichts werfe ich weg.

Nur – wenn man’s braucht, ist es nicht auffindbar.

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Impfen I – der Tag darauf

Heute Nacht gegen vier Uhr wollte unser schwarzes Haustier gerne hinaus gelassen werden – ein frühes Frühstück und Revierpflege standen für ihn auf dem Programm. Also habe ich sein Schälchen in der Küche mit Katzenfutter gefüllt und auf dem Weg zur Terrassentür wurde mir richtig schwindlig.

Während ich im nächsten Sessel – mit noch immer Katzennapf in der Hand – damit beschäftigt war, meinen Kreislauf wieder auf ein normales Level einzupendeln, hatte besagtes Tier nichts Besseres zu tun als auf die Sessellehne zu springen, am Futter zu schnuppern und mich vorwurfsvoll anzuschauen: ‚Wolltest Du nicht mein Frühstück auf die Terrasse bringen?‘ Katzen, kein Mitgefühl zu erwarten!

Das war aber auch die einzige wirklich unangenehme Nachwirkung der Impfung. Alle weiteren leichten Beschwerden – Kopfschmerzen und das Gefühl in Watte gepackt zu sein – sind verschwunden. Meinen Arm kann ich auch wieder ohne Druckgefühl bewegen. Ich bin begeistert.

Der zweite Impftermin im Juni kann kommen. Und die damit hoffentlich verbundenen Freiheiten.

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Impfen I – geschafft

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Herrlich! Keine Wartezeiten! Innerhalb von zwanzig Minuten war ich wieder draußen. Einschließlich der Zeit die ich meinem Kreislauf nach der Impfung geben sollte, um gegen den verabreichten Impfstoff protestieren zu können. Biontech übrigens. Damit bin ich erst einmal zufrieden. Einen von Anfang an negativ behafteten Impfstoff hätte ich abgelehnt. Meine Impfunterlagen erhalte ich in den nächsten Tagen. Der Impfpass muss neu ausgestellt werden, weil der alte natürlich unauffindbar ist. Der Termin für die zweite Impfung steht auch schon fest.

Schiebe ich meine grundsätzlichen Bedenken gegen diese Impfaktion einen Moment beseite muss ich zugeben, dass alles schnell und gut organisiert war. Kein Akt! Viel Lärm um nichts! Nur dieser leise Zweifel an der tatsächlichen Notwendigkeit, dem Körper einen Stoff zuzuführen, dessen Langzeitfolgen unbekannt sind…

Was soll’s! Abgesehen von einem leichten Druckgefühl im linken Oberarm und Kopfschmerzen in Lauerstellung geht es mir gut.

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Impfung I

Heute also erhalte ich die erste Impfung. Gestern Abend erhielt ich von unserer Hausarztpraxis telefonisch die Info, ich soll heute um 13:25 Uhr zum impfen kommen. Mitzubringen sind Aufklärungsbogen sowie Anamnese- und Einwilligungsbogen zur COVID-19-Impfung, zu finden auf der Seite vom RKI. Muss ich noch ausdrucken und ausfüllen.

Nun bin ich gespannt, welche Nebenwirkungen mich erwarten. Ich werde später Bericht erstatten.

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Ostern 2021

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Ostern haben wir über viele Jahre hinweg im größeren Kreis gefeiert. Zum Brunch geladen wurden Freunde und Familie, der in der Regel morgens um elf Uhr begann und irgendwann in den Abendstunden endete. Jeder hat zu essen und trinken beigesteuert. Das harmlos weich gekochte Hühnerei mit frisch aufgebackenen Brötchen, Räucherlachs und Sekt eröffnete das Fest. Die Kinder begaben sich noch davor auf Beutezug. Ostereier, Hasen und andere versteckte Leckereien wurden in Windeseile gesucht und gefunden. Gerne haben wir sie aufgrund des dabei einsetzenden Staubsaugereffekts liebevoll mit Elise der Ameisenbärin verglichen. Wer erinnert sich an diese Dame?

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Während die Kids die faire Aufteilung der Süßigkeiten diskutierten, sind wir Erwachsenen vom Sekt über Kaffee zu Wein oder auch mal dem einen oder anderen Cocktail übergegangen. Polnischer Kartoffelsalat, von den Schwiegereltern eingelegte Heringe und gefüllte Eier wurden von einm kleinen Wodka begleitet. Kuchen riefen mehr Kaffee auf den Plan, im Backofen schmorte ein Braten, Suppe köchelte auf dem Herd. So ein Ostertag war lang und die Gefahr groß, dass das Essen ausgehen könnte. Es wurde geredet, gelacht und auch mal gestritten. Verliert nicht immer jemand an Feiertagen die Nerven? Spaß hat es gemacht!

Leider habe ich – oder finde sie derzeit nicht – Bilder von unseren Osterfesten. Auch Bilder aus meiner Kindheit habe ich nicht, kann mich aber an eins zum Thema erinnern. Als es aufgenommen wurde, muss ich um die drei gewesen sein. Klein, noch blond, mit Körbchen zum Sammeln, hochkonzentriert, Lichtwiese. Der Darmstädter Osterhase ohne Garten versteckte in den 50er Jahren die Eier auf der Lichtwiese. Meine Eltern haben mir erzählt, dass damals mein Vater vor mir herging, Eier und Hasen versteckte, mich sie finden ließ, danach heimlich wieder aus besagtem Körbchen entwendete und erneut versteckte. Bei einer Dreijährigen mag das zulässig sein. Fraglich ist, ob ich mit diesem Trick bei den Jungs durchgekommen wäre…

Ostern war dieses Jahr so ganz anders. Zum einen lag es daran, dass die Jungs nicht dabei waren, zum anderen an eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten. Wir haben die letzten Wochenenden aufgrund von Familiengeburtstagen viel Zeit zusammen verbracht. Es war also in Ordnung, dass jeder etwas für sich geplant hat.

Unser Plan umfasste einen kleinen Brunch, natürlich an die Regeln des Corona-Ungeheuers angepasst, reich gedeckt und köstlich. Austern und Champagner zur Eröffnung. Was kann es Besseres geben? Mein Mann und ich haben uns zum ersten Mal, seit seine Mama nicht mehr bei uns ist, an einen polnischen Kartoffelsalat – oder Gemüsesalat – gewagt. Gut ist er geworden. Die perfekte Beilage zu selbst gebeiztem Lachs und wunderbarem Roastbeef, das in Begleitung verschiedener Dips und Saucen von unseren Gästen beigesteuert wurde. Auch einen feinen Mandelkuchen haben sie gebacken und mitgebracht

Und nun trat Murphys Gesetz in Kraft!

‚Anything that can go wrong will go wrong‘

‚Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen‘

Bei unseren Bemühungen, diesen Kuchen aus der Form zu lösen, wurde er in zwei Teile zerlegt, ein Ober- und ein Unterteil. Ich fürchte, ich war daran nicht unmaßgeblich beteiligt. Er wurde zusammengesetzt und mit Puderzucker geschminkt. Bei meinem gedeckten Apfelkuchen mit Florentinerguß wurde es noch schlimmer. Der Rand der Springform war defekt und ließ sich nicht mehr öffnen. Zucker und Honig verbanden sich mit der Backform innig und nichts ging mehr – außer den Kuchen mit dem Löffel aus der Form zu kratzen. Die Darreichungsform war gewöhnungsbedürftig, der Geschmack beider Kuchen köstlich.

So eigentlich nicht!

Was wären Feiertag ohne diese Pannen? Schön war es trotzdem!

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Home Office

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Ich vermisse nach nunmehr drei Monaten Tätigkeit am eigenen Schreibtisch den persönlichen Austausch mit meinen Kollegen. Auch wenn wir ständig über Chats kommunizieren, kann doch nicht alles online aufgefangen werden. Lachen zum Beispiel. Wir haben viel gelacht im Büro. Das fehlt mir am meisten.

Nicht so einsam wie es aussieht

Eiskalt erwischt wurde ich genau an dem Montag, an dem unser Meeting zur Planung vom Home Office angesetzt war. Nicht für mich! Aufgrund von Infektionsfällen im Bekanntenkreis, die – wie kann es anders sein – übers Wochenende bekannt wurden, sah ich mich gezwungen Home Office sofort zu starten. Nur noch mal kurz mit dem Auto zum Büro, Equipment in Empfang nehmen und ab mit meiner Beute nach Hause, Stecker rein und los.

Dachte ich! Um den Datenschutz nicht zu verletzen möchte ich nur soviel sagen, dass ich mit dem Einrichten meines Arbeitsplatzes meine Grenzen austesten durfte! Nicht allen von uns, die zum Jahrgang 1957 gehören, fällt das in den Schoß! An dieser Stelle möchte ich nicht vesäumen anzuerkennen, dass unser IT-Administrator in diesen Tagen überhaupt Anrufe entgegengenommen oder E-Mails geöffnet hat, die irgendwie mit mir in Verbindung standen. Vielen Dank!

Schnell wurde klar: die Arbeitsfläche meines Schreibtischs war zu klein! Wenn ich nicht ständig Firmenlaptop, Tastatur und Monitor hin und her räumen wollte, um abends noch mit meinen Aquarellsachen arbeiten zu können, mußte ich etwas unternehmen. Da ich ein eigenes Zimmer habe, war das die leichtere Übung. Möbel etwas umstellen und schon war genug Platz da, um die Arbeitsfläche zu vergrößern. Gefällt mir gut und direkt aus dem Fenster schaue ich jetzt auch. Ich hab’s gut!

Mein privater Laptop – Headset ist Deko

So weit so gut!

Die gelegentlich offenstehende Zimmertür ermöglicht es unserem Kater, die für seine Spezies typische therapeutische Wirkung zu entfalten und somit Depressionen vorzubeugen. Der unmittelbare Familienanschluß sorgt für Geborgenheit, Amüsement und für zu Berge stehende Haare. Es ist so, dass mein Headset per Kabel – mein Mann nennt dieses Sklavenkette – mit dem Laptop verbunden ist. Damit ist mein Aktionsradius etwas eingeschränkt. Will heißen, ich komme während eines Telefonats nur mit sehr ausgestrecktem Bein und auch dann nur mit Hilfe der Fußspitze an meine Zimmertür, um diese zu schließen. Denn – wie es in Familien so ist – zanken sich die Mitglieder auch mal. Zumeist lautstark und sicher nicht für telefonische Gesprächspartner zum Mithören geeignet.

Gibt es den Freud’schen Blick?

Man kann sich an Home Office gewöhnen.

Später aufstehen? Sehr angenehm. Vereiste Autos? Egal. Schlittern über glatte Straßen? Kein Thema. Die Mittagspause für viele Dinge nutzen können? Super. Die Herrin über Frischluftzufuhr sein? Wunderbar. Hier ein Augenzwinkern, liebe Kollegen 😉

Es gibt aber auch Fallen. Warum den gemütlichen Schlafanzug gegen Tageskleidung eintauschen, Haare fönen, Make-up auflegen und Nägel lackieren? Schließlich hat das Telefon – sofern kein Video Call ansteht – keine Augen. Weil wir Spiegel haben! Und ich für meinen Teil möchte mich nicht vor dem Wesen, das mit daraus entgegenblickt, erschrecken! Kleine Annehmlichkeiten wie warme Socken sind erlaubt!

Eine weitere, ganz üble Falle ist der Kühlschrank. Vielfraße wie ich legen zwar auch im Büro ihre Depots an, die aber mit der heimischen Küche nicht kongurieren können. Ich gebe ehrlich zu, dieses Problem nicht im Griff zu haben. Käse und Schokolade finde ich immer – und sei es das Nutellaglas. Aber was soll’s! In den nächsten Wochen wird mir der Lockdown noch genug Gelegenheit geben, an meiner Disziplin zu arbeiten…

Lockdown. Kontakteinschränkungen. Home Office. Das Leben ist langweilig geworden, eintönig. Es ist so ruhig geworden, dass ich die Wanduhr ticken höre, die ich nicht habe und nie haben wollte.

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Kurz im Schnee

Um es gleich vorweg zu nehmen: es waren keine Menschenmassen, die die Neunkircher Höhe im Odenwald gestürmt haben, alles war im grünen Bereich, Polizei dezent präsent. Aber da waren sie: Menschen ohne Maske, lachend und sich grüßend. Menschen, die einfach den Schnee genossen haben, ein paar Kinder auf Schlitten. Nichts Großes, aber ein kleines Stück Normalität. Dafür war die Natur an diesem Tag um so großartiger: glitzernder Schnee in der Sonne. Luxus. Reines Labsal für die Seele.

Schnee an Weihnachten ist hier im Rhein-Main-Gebiet Mangelware, ein Traum, der selten in Erfüllung geht. Das war auch dieses Jahr nicht anders. Um so schöner war dieser Ausflug!

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Igel

Es wird ruhig des Nachts in unserem Garten. Die Igel haben sich wohl in den Winterschlaf begeben.

Zwar sind die Schälchen mit Katzenfutter am Morgen mehr oder weniger leer, aber das geht jetzt eher auf das Konto unseres Katers und hungriger Artgenossen, die von ihm gefüttert werden. Er hat uns beigebracht, wie wichtig zwei gepflegte Futterstellen für Freigänger sind. In der Küche, um sich in aller Ruhe sattfressen zu können. Im Garten für das Schnäuzchen voll zwischendurch und um einer stets drohenden Hungersnot vorzubeugen.

Igel wissen Katzenfutter und ein Schälchen Wasser sehr zu schätzen und widmen sich diesem Angebot gerne abends und auch mitten in der Nacht. Gierig, nicht besonders vorsichtig und laut. Fängt es in den dunkleren Ecken des Gartens an zu rascheln und zu schnaufen, sind sie im Anmarsch. Reste vom Katzenfutter, die unser Blacky und tierische Durchreisende übrig gelassen haben, werde gerne genommen. Die spitzen Schnauzen unserer Freunde schnappen auch den allerletzten Rest vom Schüsselrand. Ich habe schon beobachtet, dass der Kopf in einer und das stachlige Hinterteil in der anderen Schüssel hingen. Wirklich witzig. Sind die Schalen leer, werden diese nicht selten über den Terrassenboden geschoben oder sogar umgekippt. Ob der Grund dafür nun Spieltrieb oder eine mit Nachdruck an die Dosenöffner zum Ausdruck gebrachte Bitte ist, gefälligst für Nachschub zu sorgen (ich neige zu letzterem) – ein Höllenspektakel ist es auf alle Fälle.

Ihr Nest vermute ich hinter oder unter dem kleinen Gartenschuppen. Dort abgeladenes Laub und kleine Grünabfälle sorgen wahrscheinlich für eine angenehme Wohnatmosphäre. Hier sind sie ungestört und Katzen lassen sie ohnehin in Ruhe. Es ist nicht schwer, kleinen Wildtieren einen Unterschlupf und etwas Unterstützung bei der Nahrungssuche zu bieten. Zumal trockene Sommer und eine zunehmende Insektenknappheit für Igel gefährlich werden. Auch ein aufgrund zu hoher Temperaturen unterbrochener Winterschlaf führt zur notwendigen Nahrungssuche. Denken wir also nicht nur an Meisenknödel und gut gefüllte Vogelhäuschen, sondern auch an die anderen Gartenbewohner – es lohnt sich. Eine Tierdoku in Wirklichkeit hat doch auch was!

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