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Er kam zur rechten Zeit

(Der Beitrag enthält unbezahlte Werbung)

Die letzten beiden Miezen unsere alten Katzenbande mußten wir vor rund einem Jahr gehen lassen. Beide waren krank. Genau zu dieser Zeit erschienen in unserem Garten zwei – wie es schien – junge schwarze Katzen. Beide scheu, beide hungrig. Sylvester und Bella, in den letzten Tagen bzw. Wochen ihres langen Lebens als Freigänger, ließen die beiden Neuzugänge erstaunlicherweise halbwegs in Ruhe. Als Sylvester in unserem Wohnzimmer für immer einschlief, hielt Black auf der Terrasse Wache – so schien es. Der Gedanke, dass schwarze Katzen Unglück bringen, wehte nur kurz durch unsere Köpfe und wurde selbstverständlich wieder verworfen!

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich einer der kleinen Streuner wohl bereits entschieden, unser Zuhause als das Seine ins Auge zu fassen und überzeugte wohl auch seine Begleitung davon – diese war immer seltener zu sehen.

Katze(n) zähmen leicht gemacht: gut gefüllte Schüsselchen sind magisch!

Es wurde wohl ein Pakt geschlossen, der sich unserem Verständnis entzog. Bella mochte es gerne, auf der Terrasse zu fressen. Sie ließ den Schwarzen an ihr Näpfchen, schien sogar zu warten, bis er auftauchte. Er wurde zutraulicher. Wenn wir das Futter draußen ins Schälchen füllten, ließ er sich nach und nach streicheln, gab auch schon mal Köpfchen. Bella schien zu wissen, wo sie bald ruhen würde. Oft lag sie nun unter dem Busch, der dort wächst. Kam auch nicht heraus, wenn ich sie rief. Black spielte direkt vor ihrer Nase – sie ließ es zu. Ich saß heulend davor.

Ende April 2019 gab es auch unser altes Katzenmädchen nicht mehr. Bevor wir dem Gedanken an ‚neue‘ Katzen Raum lassen konnten, nutzte der kleine Racker seine Chance. Er war bereit, uns Trost zu Spenden und uns nicht vergessen zu lassen, was es mit zuverlässiger Katzenfütterung für gut trainierte Dosenöffner auf sich hat. Wir nahmen uns dieser Aufgabe – weiterhin- gewissenhaft an. Ein Name musste her! Schwarz – na ja, im Sonnenlicht gleicht das Fell einem schwarzbraunen Nerzchen – schwarze Schnurrhaare, schwarze Pfotenballen, weit und breit kein weißes Haar. Wir sind stolz, auf den Namen, den wir nach reiflicher Überlegung gefunden haben!

We proudly present … Blacky!

Auch mal Black oder Blackman genannt.

Die Zeit der endgültigen Übernahme begann. Schrittweise. Kurze, äußerst vorsichtige Besuche im Wohnzimmer. Immer die geöffnete Terrassentür im Auge. Irgendwann trieb ihn seine Neugier – wahrscheinlich spielte die Nase eine nicht unwesentliche Rolle – in die Küche. Auch Näpfe – wunderbar! Dann bequehme Sessel für ein Nickerchen. Besagte Sessel sind schwarz. Das hatte zur Folge, dass das Tier auch mal zwischen uns und Polster geriet. Das Tier trug es mit Fassung. Der von einer Kollegin übernommene Kratzbaum wurde gerne genommen. Nach und nach akzeptierte er, dass Türen und Fenster geschlossen wurden. Die Erforschung der anderen Stockwerke ging voran – Black war eingezogen.

Hier sollte ich etwas anmerken:

Wir haben natürlich nicht einfach eine fremde Katze ‚angefüttert‘. Blacks ganzes Verhalten, Aussehen und Freßverhalten gaben Anlass zur Annahme, dass er keinem Haushalt angehörte. Er war nicht kastriert, nicht tätowiert – und wie der Besuch bei unserer Tierärztin schließlich zeigte – auch nicht gechipt, aber mindestens 2 Jahre alt. Nachfragen vor Ort und auf Facebook ergaben ebenfalls nichts.

Und nun zum Erlaß unserer Gemeinde vom 26.06.2019:

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Katzenschutzverordnung für das Gebiet der Gemeinde Büttelborn

(Auszug)

  1. Katzenhalter/innen, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, haben diese zuvor von einem Tierarzt/einerTierärztin kastrieren und mittels Mikrochip oder Tätowierung kennzeichnen sowie registrieren zu lassen. Die Registrierung erfolgt, indem neben den Daten des Mikrochips/der Tätowierung der Name und die Anschrift des Halters/der Halterin z.B. in das kostenfreie Haustierregister von Tasso e.V. eingetragen wird. Dies gilt nicht für weniger als 5 Monate alte Katzen.
  2. Als Katzenhalter/in im vorstehenden Sinn gilt auch, wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stell.
  3. Dem Gemeindevorstand ist auf Verlangen innerhalb von zwei Wochen ein Nachweis über die durchgeführte Kastration und Registrierung bzw. eine Erklärung über die Wohnungshaltung vorzulegen.

Ist eine fortpflanzungsfähige angetroffene Katze nicht gekennzeichnet und registriert und kann ihr Halter/ihre Halterin deswegen nicht innerhalb von 48 Stunden identifiziert werden, so kann der Gemeindevorstand die Kastration auf Kosten des Halters/der Halterin durchführen lassen…ordnungswidrig handelt, wer … eine Katze nicht kastrieren oder kennzeichnen läßt … Ordnungswidrigkeiten … können mit Guldbußen bis zu 5.000,00 EUR geahndet werden.

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Black ist natürlich jetzt ein Familienmitglied: besiegelt mit Chip,Tattoos und dem Verlust seiner Männlichkeit.

Letzteres hindert ihn nicht daran, das glückliche Leben eines Freigängers zu führen Sein Tagesablauf unterliegt strengen Gewohnheiten. Der erste Frühstückshappen in der Küche, der zweite auf der Terrasse. Den Vormittag und halben Nachmittag verschläft er im Haus. Ab ca. 16 Uhr ist Revierpflege angesagt. Dazu gehören auch Auseinandersetzungen mit anderen Katzen auf dem Grundstück. Herrlich, wenn er dann mit einer Flaschenbürste als Schwanz aufgeregt nach Hause kommt! Nachtruhe ab ca. 1 Uhr zu Hause.

Sein Schatten vom vergangenen Jahr ist auch wieder aufgetaucht. Black läßt ist ihn draußen fressen, ja, er fordert mich morgens regelrecht auf, Futter hinauszustellen. Danach jagt er ihn (oder sie) allerdings noch weg. Mal sehen, was sich daraus entwickelt …

Unvergessen:

Cara und ihre Kinder Bella, Mira und Sylvester

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6. März 2020

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