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Andy, mein Haarfön oder wenn die Dinge nicht mehr einem selbst gehören

‚Andy, ich brauche den Fön!‘

Dies ist inzwischen wieder eins der morgendlichen Rituale unseres Haushalts.

Es war schon so, bevor die Jungs das erste Mal ausgezogen sind. Meistens ging es damals bereits um den Fön. Ein weiteres Objekt der Begierde war das Haarspray (im Nachhinein kommt es mir manchmal so vor, dass von den meisten Artikeln nur ein einziges Exemplar in einem Vier-Personen-Haushalt existierte).

Vorübergehend wohnt unser älterer Sohn wieder bei uns. Schön ist es! Auch wenn wir uns aufgrund unserer verschiedenen Arbeitszeiten nicht täglich sehen, weiß ich, dass er da ist. Ich sehe das Auto morgens vor der Tür stehen. Schuhe und Päckchen von und für ihn sind dekorativ im Flur verteilt. Unser schwarzer Hauspanther neigt zum Glück nicht dazu, alles zu markieren, das sich ihm darbietet. Unsere Ex-Katzen – mögt ihr nun im Katzenland frei rennen! – haben da ganz andere Arbeit geleistet!

Die Tabletts sind weg, mitunter auch das Brotmesser. Klar, dass auch die Sojasosse ihren Weg ins Dachstudio findet. Ich will ja nicht leugnen, das all dies das Potenzial hat, mich über die dünne Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn nachdenken zu lassen. Aber meine Reizschwelle ist ziemlich weit oben angesiedelt, außerdem verfüge ich über eine ordentliche Portion Humor (bei meinem Mann sind diese Eigenschaften möglicherweise – situationsbedingt – etwas anders verteilt).

Es macht Spaß, meinem Sohn – gerne auch in Begleitung – in der Küche oder sonst wo im Haus zu begegnen. Ist auch kein Problem, mal die Wäsche für ihn aufzuhängen, wenn es meine Zeit, aber seine gerade nicht zuläßt. Wie gerne hätte ich jetzt auch noch unseren jüngeren Sohn Max hier! Der Wunsch, es wieder wie früher sein zu lassen…

Ich habe die Tage, an dem sie mit ihrem Hab und Gut vom Grundstück gefahren sind, nicht vergessen. Welche Mutter kann das schon?

Machen wir uns nichts vor – auch wenn die Kids manchmal wieder bei uns einziehen, wird das kein Dauerzustand sein. Mit Glück können wir später bei ihnen Unterschlupf finden, wenn wir nicht mehr richtig krabbeln können.

Also – wenn ich eine Revenge für den Haarfön in Erwägung ziehen möchte, sollte ich mich gut mit ihnen stellen, nicht wahr?

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